Marion Krüger-Hundrup Auf manchen Gehwegen gerät der Neujahrsspaziergang noch zum Slalomlauf. Kartons, leere und halbvolle Flaschen, Scherben, zerfetzte Verpackungen von Raketen, Böllern und deren Überbleibsel sowieso. Erbrochenes. Ja, da haben sich wohl die "Friday for future"-Generationen an Silvester so richtig ausgetobt. Soll doch "Oma, die Umweltsau", wie ein Mädchenchor kürzlich im WDR so eindrucksvoll sang, auch ihre Freude am Nachhaltigkeitsgeschwätz haben.

Aber im Ernst. Rücksichtsloses Verhalten scheint ein jedes Jahr besonders zu Silvester fröhlichen Niederschlag zu finden. Über das sinnfreie Verpulvern von Millionen Euro in den mitternächtlichen Himmel kann ja gestritten werden. Doch wer nicht auf die Böllerei verzichten will, sollte wenigstens so viel Anstand haben, die von ihm/ihr verursachte Sauerei im öffentlichen Raum auch zu beseitigen.

Umso größeren Respekt verdienen die acht Männer des Entsorgungs- und Baubetriebs der Stadt Bamberg, die sich freiwillig zum Einsatz am Neujahrstag bereiterklärt haben. Um 6 Uhr morgens begann ihr Dienst in der Innenstadt: Zwei Fahrer von Kehrmaschinen und sechs Handreiniger waren unterwegs, um das Weltkulturerbe wieder sauber zu machen. Einer dieser Männer war Michael Wolf, der an der Kettenbrücke mit einem Reisigbesen den Müll zusammenkehrte und mit einer Schaufel in die Schubkarre beförderte. "Wahnsinn, was da zusammenkommt", konnte er sich nur wundern. Und dennoch lächelnd und mit Schwung seine Arbeit verrichten. Aus Rücksicht auf den frühen Arbeitsbeginn war er selbst auf keiner Silvesterparty.

Diese Straßenreinigungsarbeiter sind die ersten Bamberger Helden des Jahres 2020! Obwohl sie dieses Etikett sicher ablehnen würden. Doch über eine Anerkennung eines jeden Straßennutzers dürften sie sich freuen: Herzlichen Dank also! Auch schon im Voraus für ein ganzes sauberes Jahr in Bamberg.