"Das ist wie ein Sechser im Lotto", zeigte sich Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD) bei der Sitzung des Bauausschusses dankbar für die Aufnahme der Hermann-Söllner-Halle in den Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten. Insgesamt werden 42 Maßnahmen in Bayern mit 25,7 Millionen Euro aus Bundes- und Landesmitteln unterstützt. Der Fördersatz beträgt 90 Prozent. Die bestehende Vorplanung muss konkretisiert und ein Zuwendungsantrag erstellt werden. Dies wird das Jahr 2021 in Anspruch nehmen. Mit der baulichen Umsetzung ist 2022/2023 zu rechnen.

Maximilian Heyder (CSU) appellierte, das Beste aus dieser "Wahnsinns-Chance" zu machen und möglichst viele Betreiber ins Boot zu holen.

Sport- und Kulturhalle Ebersdorf

Generalsaniert werden soll auch die Sport- und Kulturhalle Ebersdorf, wofür Investitionen für die Sanitärbereiche, den Hallenboden und die Bestuhlung vorgesehen waren. Im Zuge einer Vorplanung (Leistungsphase 1 und 2) soll ein Planungsbüro ein Gesamtkonzept erarbeiten, auf dessen Basis Fördermöglichkeiten geprüft werden. Alternativ könnte die Umsetzung in Eigenverantwortung der Stadt in kleineren Teilmaßnahmen erfolgen.

Bei geschätzten Sanierungskosten von einer Million Euro belaufen sich die Kosten für die Leistungsphasen 1 und 2 auf 15 000 Euro. Kleinere Sanierungen werden bis zur Aufstellung des Gesamtsanierungskonzepts zurückgestellt. Als Nächstes wird ein Planer ausgesucht.

Investitionen in die Feuerwehren

Der Ausschuss genehmigte die Beschaffung von Ausrüstungsgegenständen für die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Ludwigsstadt im Jahr 2021 für insgesamt 24 015,75 Euro. Beschlossen wurde die Ersatzbeschaffung eines Mannschaftstransportwagens für die FFW Ebersdorf, da sich das vorhandene 20 Jahre alte Fahrzeug in einem schlechten Zustand befindet. Man rechnet bei Kosten von 60 000 Euro, abzüglich des Zuschusses der Regierung von Oberfranken von 13 100 Euro, mit einem Eigenanteil von 46 900 Euro.

Für die FFW Lauenstein wird für 2022 die Beschaffung eines LF 10-Löschfahrzeugs mit Normbeladung eingeplant, da das vorhandene LF 8/6 bereits 28 Jahre alt ist. Man geht von Kosten von 300 000 Euro aus.

Ersatzbeschaffungen und Neuanschaffungen für insgesamt 366 000 Euro stehen für den Fuhrpark des Bauhofs an. Beschlossen wurden für 2021 die Beschaffungen eines Unimogs U 2018 als Ersatz für den vorhandenen Unimog U 300, Baujahr 2004, sowie eines 15-Tonnen-Lkws als Ersatz für den vorhandenen 7,5-Tonnen-Lkw. Auch das 30 Jahre alte Anbaugerät für den Unimog soll ersetzt werden. Vorgesehen ist ferner die Neuanschaffung eines Transporters, da es im normalen Arbeitsablauf im Bauhof immer wieder zu Fahrzeug-Engpässen kommt.

Im Gremium wurden Stimmen laut, ob nicht die Anschaffung eines Kommunaltraktors die bessere Alternative zum Unimog wäre. Nach Auffassung von Zweitem Bürgermeister Maximilian Heyder (CSU) ist dieser multifunktionaler. Zudem haderte er mit der Entscheidung, den 7,5-Tonnen-Lkw zu ersetzen. "Neun Jahre - das ist doch kein Alter für einen Lkw", meinte er.

Laut Bürgermeister Ehrhardt wurden die Anschaffungen mit dem Bauhofpersonal abgestimmt. Die Leistungsfähigkeit eines Unimogs sei anders als die eines Kommunaltraktors. Der vorhandene Lkw weise Mängel auf. "Wenn wir das Fahrzeug jetzt nicht austauschen, kommen hohe Reparaturkosten auf uns zu", gab er zu bedenken. Die neuen Fahrzeuge seien notwendig; man brauche sie für den Einsatzbetrieb.

Das Gremium stimmte den Planungen zu. Die endgültige Entscheidung obliegt dem Stadtrat. Bis zur Januar-Sitzung soll nochmals die Alternative Kommunaltraktor geprüft werden.

Bürgermeister Ehrhardt informierte auch über die Kostenfortschreibung für die beschlossene Generalsanierung und Erweiterung des Lauenhainer Awo-Kindergartens. Mittlerweile liegt die Kostenberechnung für die technische Gebäude-Ausstattung vor. Die zu erwartenden Gesamtkosten belaufen sich auf 950 000 Euro; nach Kostenschätzung ging man bislang von 880 000 Euro aus. Das Architekturbüro Müller erarbeitet aktuell den Zuwendungsantrag. Man rechnet mit einer Förderung zwischen 75 und 90 Prozent, so dass sich nach Abzug der von der Awo übernommenen Möblierung für 34 000 Euro ein Eigenanteil zwischen 196 000 und 316 000 Euro ergibt.

"Mir waren schon beim Beschluss im Stadtrat die Kosten zu hoch, und ich werde auch heute wieder dagegen stimmen", kündigte Maximilian Heyder (CSU) an. Das Architekturbüro habe nunmehr erneut mit seiner Kostenschätzung danebengelegen. Nach der Ausschreibung werde man wohl bei über 1,2 Millionen Euro liegen. Die Kostenberechnung wurde jedoch bei zwei Gegenstimmen anerkannt.

Laut Bürgermeister Ehrhardt wurden über das kommunale Förderprogramm in diesem Jahr bislang neun Einzelmaßnahmen privater Eigentümer mit einem Gesamtzuschuss von 100 000 Euro unterstützt. Zahlreiche weitere förderfähige Maßnahmen befinden sich in Planung oder baulicher Umsetzung. Für 2021 wird ein neuer Jahresantrag bei der Regierung für das kommunale Förderprogramm und die Sanierungsberatung gestellt, wiederum mit einem festgelegten Fördervolumen von 100 000 Euro. Für die Sanierungsberatungen ist mit Kosten von 15 000 Euro zu rechnen. Der voraussichtliche Fördersatz beträgt 60 Prozent. Für 2021 war der Regierung der voraussichtliche Bedarf an Städtebaufördermitteln zu melden. Das zu erwartende Volumen an förderfähigen Kosten beläuft sich für das Sanierungsgebiet in Lauenstein auf 1,47 Millionen Euro und in Ludwigsstadt auf 1,33 Millionen Euro.

Der Bürgermeister dankte dem Freistaat für Stabilisierungshilfen von 1,35 Millionen Euro. Für Sondertilgungen könnten 850 000 und für Investitionen 500 000 Euro verwendet werden. Die seit 2008 erhaltenen Hilfen summieren sich auf 11,98 Millionen Euro. Der Schuldenstand konnte damit von ehemals fast 14 Millionen auf 3,6 Millionen Euro zum Jahresende 2020 gesenkt werden.

Bauanträge gebilligt

Grünes Licht gab es für den Einbau von Ferienwohnungen und Besucherservice-Einrichtungen im ehemaligen Burghotel Lauenstein durch das Staatliche Bauamt Bamberg für den Freistaat Bayern - Schloss- und Gartenverwaltung Bamberg. Zudem wurde Eva-Rita Mayer die Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes "Ebene" für die Aufstockung eines Ferienhauses in der Turmstraße 11 in Lauenstein gewährt. Zusätzlich zu den Befreiungen ist ein Baugenehmigungsverfahren mit Bauantrag notwendig.