"Eine der besten Entscheidungen des Marktes Thurnau der letzten Jahrzehnte", nennt Dietmar Hofmann, SPD-Fraktionssprecher im Gemeinderat, den Kauf des Schlossparks durch die Kommune. Mit der erhofften Wiedereröffnung des Areals – zumindest eines Teils – samt seiner einst stolzen Lindenallee gehe für viele Thurnauer ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung, sagte Hofmann in einer Stellungnahme.

Er wisse aus eigener Erfahrung, wie schwer sich die Verhandlungen mit der in Australien lebenden bisherigen Eigentümerin des Schlossparks gestalteten. Allerdings sei die Verhandlungsposition auch eine gute gewesen – es waren Ausgleichszahlungen für die aktive Beteiligung an der Energiewende geflossen: die Windkraftanlagen der Gemeinde.

Vorarbeit geleistet

Einen Hinweis darauf vermisste Hofmann in der jüngsten Berichterstattung. Genau zehn Jahre sei es mittlerweile her, dass Bundeskanzlerin Merkel die Energiewende verkündet hat, erklärt Hofmann. Zeitgleich seien durch die Änderung des Regionalplans Oberfranken-Ost plötzlich zahlreiche Windkraft-Vorrangflächen in der Region ausgewiesen worden. "Da stand für einige Wochen das Telefon im Rathaus nicht mehr still, weil unzählige Projektierer Flächen in unserer Gemeinde beplanen wollten. Das hatte etwas von Goldrausch", erinnert sich der damalige Bürgermeister. Als man dann die drei Windparks - zwei komplett auf Thurnauer Gebiet, der dritte grenzübergreifend zur Gemeinde Eckersdorf - auf den Weg brachte, habe man von Anfang an das Ziel ausgegeben, dass die hohen Ausgleichszahlungen für den Eingriff in die Natur "auch tatsächlich in unsere Gemeinde fließen müssen". Das sei gar nicht so einfach gewesen, denn: Damals war es Usus, dass viele dieser Zahlungen in den Naturschutzfonds irgendwo versickerten, ohne jedes Mitspracherecht.

Für Dietmar Hofmann bleibt ein Fazit: "Es war richtig und wichtig, dass der Markt Thurnau vor zehn Jahren einen Beitrag zum Gelingen der Energiewende geleistet hat. Nach und nach haben sich die Argumente der Windkraftgegner in Luft aufgelöst. Die Studien zum Infraschall sind längst nicht mehr belastbar, der befürchtete Wegzug ist ausgeblieben, stattdessen gibt es einen regelrechten Bauboom - auch im Oberland. Und was den Schlosspark angeht: Ich freue mich heute schon riesig auf den ersten Spaziergang zum alten Teehaus." red