Die Fans zählten schon eifrig die Tage. Als es dann hieß "Die Festung rockt wieder", griffen 100 von ihnen beherzt zu. Dabei stehen noch überhaupt keine Bands fest. Bis zum Festival ist es ebenfalls noch eine Weile hin: Erst am Samstag, 26. Mai 2018, wird auf der Festung Rosenberg wieder gerockt, dass sich die Burgmauern biegen.
Nach einem Jahr Zwangspause wegen Umbauarbeiten an der Burg lechzten die Musikliebhaber geradezu nach den Tickets für das Freiluftereignis des Kronacher Jugend- und Kulturzentrums "Struwwelpeter", das sich seit über einem Jahrzehnt großer Beliebtheit erfreut. Die 2200 Karten gingen in den vergangenen Jahren immer weg wie die warmen Semmeln, so dass es bereits nach wenigen Wochen hieß: "Ausverkauft!"
Nicht nur die Fans, auch die heimischen Bands sind ganz heiß auf das Open Air, das zu den größten Oberfrankens zählt. "Dem Festival und mir liegt die lokale Szene am Herzen", sagt Samuel Rauch aus Lichtenfels, Leiter des "Struwwelpeter" und hauptverantwortlicher Organisator des Festivals. "Deswegen wird es auch weiterhin einen Bandwettbewerb zum Festival geben, der drei Gruppen aus der Region die Chance gibt, sich unter professionellen Bedingungen zu präsentieren."


Bewerbung schon im Sommer

Allerdings müssen die heimischen Kapellen, was den zeitlichen Ablauf betrifft, umdenken. Bislang fand die Bewerbungsphase für den Vorentscheid immer im Herbst statt. Jetzt müssen sich die Musikanten bereits im Sommer auf die Socken machen und ihre Bewerbungsunterlagen an das Jugend- und Kulturzentrum schicken. Was hat die Veranstalter dazu bewogen, früher als üblich in den Startlöchern zu sitzen? "Schon seit längerem hatten wir die Idee, den Bandcontest eher zu veranstalten, der bislang immer Ende Januar oder Anfang Februar stattgefunden hatten. Dadurch konnten wir, verglichen mit anderen Festivals erst sehr spät werben und Karten verkaufen. Jetzt haben wir mehr Zeit, uns auf das Open Air vorzubereiten", erklärt Rauch.
Auch die Stadt Kronach hat ihr Scherflein dazu beigetragen, dass das Festival pünktlich über die Bühne gehen kann. Bekanntlich soll die Wallgrabenanlage barrierefrei umgebaut werden. Am Ende soll sich hier eine ebenerdig erreichbare, deutlich aufgewertete Multifunktionsfläche mit einem Parkplatz befinden. Realisiert werden soll das Ganze in zwei Bauabschnitten. "Unser Bauzeitenplan sieht vor, dass in einem ersten Bauabschnitt die Fahrstraße westlich des Festungsareals bis zum derzeitigen Busparkplatz auf Höhe der Bastion III bis zum April 2018 für den zukünftigen, stärker frequentierten Fahrverkehr hergerichtet wird", erläutert Stadtplaner Daniel Gerber. Die Kosten für den ersten Abschnitt beziffert der Experte auf rund 240 000 Euro. Zum zweiten Bauabschnitt, der 2019 über die Bühne gehen soll, hält sich der Planer bedeckt: "Hierzu gibt es noch keinen genauen Zeitplan und auch keine Kostenberechnungen."
Fest steht hingegen, dass der Vorentscheid für die Freiluftveranstaltung, die zum elften Mal stattfindet, am Samstag, 11. November, über die Bühne geht. Bands aus Kronach und den angrenzenden Landkreisen Lichtenfels, Coburg, Kulmbach, Hof, Sonneberg, Saalfeld-Rudolstadt und dem Saale-Orla-Kreis können sich bis zum 1. Oktober bewerben (siehe Infobox). Die Auswahl der Bands erfolgt durch das Festivalteam des "Struwwelpeter". Dessen Mitglieder bewerten die Musik mit Punkten, ohne zu wissen, welche Band sie gerade hören.


Vor bekannten Größen

"Es geht nur um die Musik, nicht um den Namen oder die Herkunft des Ensembles", betont Rauch. Die drei Erstplatzierten des Vorentscheids spielen vor bekannten Größen der deutschen und internationalen Musikszene. In den vergangenen Jahren rockten bekannte Gruppen wie "La Brass Banda", "Deez Nuts", "Jennifer Rostock", "Donots", "Madsen" oder "Zebrahead" die Festung. Zu den musikalischen Höhepunkten des nächsten Jahres hüllt sich Rauch noch in Schweigen.
Nur so viel verrät er: "Wenn alles klappt, stellen wir beim Bandcontest im November alle Top-Gruppen vor. Die ersten zwei Bands haben wir bereits gebucht."