daniela pondelicek

Es ist zwar schon September, aber die Sommerferien sind noch nicht vorbei und die Sonne strahlt - in jeder anderen Badesaison wären unter diesen Voraussetzungen vermutlich schon am Vormittag hunderte Badegäste im Sonnefelder Freibad. Aber in diesem Jahr sieht das anders aus: Ein einzelner Badegast dreht seine Runden im Schwimmerbecken, die anderen Becken sind schon mit einer Plane zugedeckt.

Während es so wirkt, als wäre das Sonnefelder Freibad schon im Dornröschenschlaf, scheint ein anderes Bad im Landkreis erst so richtig loszulegen. Zur gleichen Zeit sind die Tageskarten im Neustadter Märchenbad bereits restlos ausverkauft. Das Wetter ist in dieser Saison eben nicht alleine ausschlaggebend dafür gewesen, ob die Freibäder im Coburger Land an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Auch die Hygienekonzepte der einzelnen Bäder haben sich auf die Besuchszahlen ausgewirkt.

Zufrieden im Waldbad

Deshalb könnte auch das Fazit der Verantwortlichen am Ende der Saison nicht unterschiedlicher ausfallen. Frank Brehm, Bademeister des Waldbads in Bad Rodach, vermutet, dass zwischen 13 000 und 14 000 Besucher im Waldbad schwimmen waren. Im Märchenbad in Neustadt waren es laut Kristin Baumgarten, der kaufmännischen Leiterin der Neustadter Stadtwerke, 11 500 Besucher.

Weit abgeschlagen ist hingegen das Sonnefelder Freibad: Bernd Steckmann, Betriebsleiter des Sonnefelder Freibads, schätzt die Zahl der Badegäste auf höchstens 6000. "So wirklich zufrieden können wir damit nicht sein", sagt er. Für ihn seien mehrere Faktoren daran schuld, dass die Besuchszahlen niedriger als erwartet sind. "Normalerweise können wir acht Wochen früher öffnen, und der August ist komplett ins Wasser gefallen - hinzu kommen noch die Hygieneregelungen", erklärt er. Das Sonnefelder Freibad hat den Einlass in zwei Intervallen regeln müssen, jeweils 240 Besucher konnten ins Bad. Es konnten zwar alle Schwimmbecken geöffnet werden, aber die Warmwasserduschen mussten geschlossen bleiben. "Das könnte einige Badegäste abgeschreckt haben", vermutet Steckmann.

Anders als im Sonnefelder Freibad mussten die Tickets für das Waldbad in Bad Rodach vor dem Besuch nicht online gebucht werden. Die Corona-Bestimmungen hätten niemanden abgeschreckt. "Aber wir mussten Regeln aufstellen, die wir selbst eigentlich nicht wollten", erklärt Frank Brehm. Ihm und seinen Mitarbeitern sei es zum Beispiel schwer gefallen, die Kinder vom Springen ins Wasser abzuhalten, denn: "Eigentlich wollen wir ja, dass in unserem Bad jeder grenzenlosen Spaß hat." Trotzdem sei der Verkauf von Jahreskarten sehr gut gelaufen, am 14. August sei der besucherreichste Tag gewesen. "Da haben wir mit einem Kinder- und Familientag den 30. Geburtstag unseres Waldbades gefeiert", erzählt Brehm. "Wir waren bei schönem Wetter eigentlich immer ausgebucht - die Corona-Regeln haben deshalb wohl keinen abgeschreckt", erklärt Kristin Baumgarten.

Zu Beginn der Saison habe das Bad die Tickets auch noch in Intervallen verkauft, nun habe das Bad auf Tageskarten umgestellt - dafür öffnet das Bad später. "Wir brauchen momentan mehr Personal im Hallenbad, denn dort sind die Kinderschwimmkurse voll belegt", erklärt sie. Das durchwachsene Wetter sei am Ende der Hauptgrund gewesen, dass das Bad etwa 3000 Besucher weniger als noch im Vorjahr begrüßen konnte. Schlechtwetterphasen habe das Personal im Bad aber gut durchgestanden: "Dann haben wir an diesen Tagen eben den Rasen gemäht oder die Hecke geschnitten."

Ein wichtiges Angebot

Genau so hat es auch das Sonnefelder Freibad bei Regenwetter geregelt. Obwohl das Wetter oft schlecht war und sich einige mit den Corona-Regelungen wohl nicht anfreunden konnten, bereut Steckmann die Öffnung des Freibads nicht. "Wir waren froh, dass wir überhaupt öffnen durften - und für Kinder und Jugendliche war unser Bad trotz der Einschnitte ein wichtiges Sportangebot", erklärt er.