Die Dachgestaltung des neuen Bürgerhauses war in der Sitzung am 9. November behandelt worden. Die Abstimmung zur Auftragsvergabe für ein Schieferdach hatte eine Stimmengleichheit im Gemeinderat ergeben, so dass das Angebot abgelehnt wurde. Am Montag kam das Thema erneut auf die Tagesordnung. Bürgermeister Knuth Morgenroth (SPD) stellte den Sachverhalt klar.

"Seit dem Jahr 2015 waren wir auf der Suche nach einem Förderprogramm für eine Sanierung der ehemaligen evangelischen Schule im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten", sagte der Bürgermeister. Erst die Sonderförderung zur Beseitigung von Leerständen in Nordostbayern eröffnete die Möglichkeit eines Umbaus zum Bürgerhaus. Mit Genehmigung des Förderantrags erhielt die Gemeinde im Jahr 2018 einen Förderbescheid über 1,1 Millionen Euro mit einer Fördersumme von 980 000 Euro, gleichbedeutend mit einem Eigenanteil der Gemeinde von 120 000 Euro.

Fördermittel würden gekürzt

Verschiedene Probleme des Gebäudes mit dem Baujahr 1894 machten im Juni eine erneute Kostenkalkulation notwendig. Die außergewöhnliche Preisentwicklung im Bausektor erhöhte die Bausumme auf 1,3 Millionen Euro und ließ auch den Eigenanteil steigen. Aus diesem Grunde war bei der letzten Sitzung der Kostensatz eines Schieferdaches mit der Option auf ein kostengünstigeres Ziegeldach kontrovers diskutiert worden.

"Von der Förderbehörde wurde mir nun mitgeteilt, dass eine Schiefer-Dacheindeckung als Voraussetzung einer öffentlichen Förderung festgelegt war", verdeutlichte Morgenroth. Eine Abweichung von dieser Vorgabe hätte Streichungen in der Fördersumme zur Folge. Wäre das Gremium über diese Hintergründe informiert gewesen, hätte sich die Mehrzahl der Räte sicherlich für die Schiefer-Variante ausgesprochen. Das wirtschaftlichste Angebot liege im Kostenrahmen.

Wert legte Morgenroth auf die Feststellung, dass das Architekturbüro Lauer und Lebok bei der Angebotseinholung für die Dachdecker- und Klempnerarbeiten alle erforderlichen Vorgaben berücksichtigt habe und nur ein Schieferdach alternativlos auszuschreiben gewesen sei. "Sonst werden uns die Fördermittel gekürzt", betonte der Bürgermeister.

Den Zuschlag erhielt die Glückauf Dachdecker GmbH aus Sonneberg zum Angebotspreis von 90 623,62 Euro. Es gab vier Gegenstimmen.

Für zwei weitere Gewerke fand am Sitzungstag die Submission statt. Das Gremium ermächtigte die Verwaltung zur Auftragsvergabe an den wirtschaftlichsten Anbieter für die Gewerke Sanitär und Heizung nach Überprüfung der eingegangenen Angebote durch das Ingenieurbüro. Für beide Gewerke liegen jeweils drei Angebote vor. Diese liegen bei "Sanitär" zwischen 42 791,22 und 48 374,49 Euro sowie bei der Heizung zwischen 86 481,24 und 107 504,16 Euro.

Vergeben wurden die Arbeiten zur Errichtung einer Stützmauer im Rahmen der Erschließungsarbeiten des zweiten Bauabschnitts im Baugebiet "Roter Hügel" zum Angebotspreis von 13 554,05 Euro an die Firma Franz Hofmann aus Sonnefeld. Die Baustelle wird heuer noch beendet, sofern kein starker Wintereinbruch erfolgt.

Einstimmig genehmigt wurden die vom Ingenieurbüro geprüften Schlussrechnungen der Firma Thomas Bauer aus Beikheim für Gründungsarbeiten zur Errichtung der neuen Bauhofhalle Schneckenlohe zum Preis von 8389,26 Euro sowie für die Herstellung der Ablaufleitung einer Dachentwässerung und einer wassergebundenen Umfahrung für die neue Bauhofhalle für 7103,90 Euro.

Knausrigkeit rächt sich nun

Die evangelische Gesamtverwaltungsstelle Michelau bat um einen Zuschuss für die Neuanschaffung einer Spülmaschine, die inklusive Montage und Inbetriebnahme mit etwa 2300 Euro zu Buche schlägt. Im Gremium herrschte etwas Unverständnis, warum die Maschine nach eineinhalb Jahren bereits defekt ist. Laut Kirchenvorstandsmitglied Jens Blinzler (DG) habe man im Jahr 2019 bei der Anschaffung der Spülmaschine geknausert. Eine Reparatur aufgrund der Garantiebedingungen oder Kulanzregelungen sei nicht möglich. Vielmehr müsste man selbst zwischen 600 und 800 Euro für eine Reparatur aufbringen.

Auf Vorschlag des Bürgermeisters wurde ein Zuschuss von 500 Euro gewährt.

Gestrichen wurde - bei drei Gegenstimmen - der bisherige Passus einer verbilligten Konzessionsabgabe für Landwirte, die ihren Strom bei Eon beziehen. Laut einer älteren Liste handelt es sich dabei um ein Gesamtaufkommen von 300 Euro für 13 Landwirte. Eine neue Liste ist aus Datenschutzgründen nicht erhältlich. Eon war in dieser Sache an die Gemeinde herangetreten, um einer Empfehlung des kommunalen Prüfungsverbandes zu folgen. Auch der bayerische Gemeindetag rate, so Geschäftsstellenleiter Stephan Urban, diese Vereinbarung als Bestandteil des Konzessionsvertrags aufzuheben. Die Änderung erfolgt ab 1. Januar 2021.