Andreas Dorsch Von einer "historischen Sitzung" sprach Bürgermeister Gerald Brehm (JL) am Montagabend, als er die Mitglieder des so genannten "Ferienausschusses" im Sitzungssaal des Kommunbrauhauses begrüßte. Eigentlich hätte der Stadtrat getagt, doch in Zeiten von Corona müssen auch die Räte auf Distanz gehen.

So fasste ein geschrumpfter Stadtrat auch weitreichende Beschlüsse, wie die zur geplanten neuen Kita in Zentbechhofen. Hier hat die Stadt das alte Schulhaus abreißen lassen und baut auf dem Grundstück einen neuen Kindergarten. Das vom Architekturbüro Wiesneth konzipierte und vom Stadtrat bereits beschlossene Projekt war auf 2,9 Millionen Euro veranschlagt. Einhellig stimmte der Ferienausschuss Maßnahmen zu, die die Gesamtkosten auf 3,4 Millionen Euro steigen lassen.

Dabei schlägt mit 251 000 Euro Mehrkosten die "energetische Optimierung" am stärksten zu Buche. Diese hatte die Verwaltung vom Architekturbüro prüfen lassen. Ausführlich stellten in der Sitzung Architekt Fritz Wiesneth und zwei seiner Mitarbeiter verschiedene Varianten vor. Die Räte entschieden sich für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe und eine Photovoltaikanlage.

Gebaut werden soll nach dem KfW-Effizienzhaus-Standard 55. "Wir wollen nachhaltig bauen", erklärte Wiesneth in der Sitzung und erläuterte unter anderem die Hybridbauweise mit Wänden, die mit Glas- oder Steinwolle gedämmt werden, begrünten Flachdach-Abschnitten und einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung für den ganzen viergliedrigen Gebäudekomplex. Wiesneth machte aber auch klar, dass Nachhaltigkeit mehr kostet.

Der Mahnung von Axel Rogner (JL), kein Unternehmen würde übermäßig viel nur in Nachhaltigkeit investieren, entgegnete Michael Schwägerl (CSU), die Stadt sei kein Wirtschaftsunternehmen. Man baue für Kinder, sollte ein Signal setzen und sich für Nachhaltigkeit entscheiden. "Dann können wir unseren Bürgern später einmal sagen, wir haben alles probiert", meinte Andreas Hänjes (SPD). Michael Ulbrich (JL) tendierte auch zur Nachhaltigkeit: "Wir können einen Drei-Millionen-Neubau nicht mit Styropor dämmen."

Bürgermeister Brehm stimmte beim Kindergarten für nachhaltiges Bauen, machte aber klar, dass man sich künftig nicht jedes mal für ein Maximum an Nachhaltigkeit entscheiden könne. Kostensteigernd wirkt sich auch das Vorhaben aus, einige Türen durch mobile Trennwände zu ersetzen.

Für die neue Kita in Zentbechhofen hat das Landratsamt einen Bedarf von 12 Krippen-, 52 Kindergarten- und 30 Hortplätzen bestätigt.

Auch im Stadtgebiet selbst muss Höchstadt zum 1. September 2020 sein Betreuungsangebot für Kinder erweitern. So ist langfristig im Neubaugebiet in Etzelskirchen eine neue Kita geplant, bei der die Caritas die Trägerschaft übernimmt. Um kurzfristig den Bedarf decken zu können, war hier eine Container-Lösung geplant.

Der Ferienausschuss stimmte jetzt dem Vorschlag des Bürgermeisters zu, mit den Containern noch zu warten, da im Moment nicht beurteilt werden könne, wie groß der Bedarf sei. Wenn nur eine Gruppe nötig wäre, könnte man die im stadteigenen "Beamtenhaus" in der Kellerstraße unterbringen. Dort wäre laut Brehm auch Platz für eine zweite Gruppe.