Kritik an Berliner Reformplänen

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MdB Andreas Schwarz DBT/Thomas Trutschel, photothek.net
MdB Andreas Schwarz DBT/Thomas Trutschel, photothek.net

SPD Coburg lädt MdB Andreas Schwarz zur Diskussion ein

Die SPD Coburg geht auf Distanz zur aktuellen Spar- und Reformpolitik der Bundesregierung und sieht angesichts geplanter Einschnitte im Sozial- und Arbeitsbereich Diskussionsbedarf. Das geht aus einer Pressemitteilung SPD-Stadtverbands Coburg hervor.

Um über die Pläne der Bundesregierung zu sprechen, hat die SPD Coburg den Bundestagsabgeordneten Andreas Schwarz (SPD) zu einer Mitgliederversammlung eingeladen. Der Coburger SPD-Vorsitzende Toni Lütgenau spart nicht mit deutlichen Worten: „Durch die aktuelle Politik werden Verschlechterungen und Kürzungen verhandelt, die vor allem Familien, Beschäftigte und Menschen mit wenig Geld hart treffen. Natürlich müssen wir unser Land modernisieren, aber diese Reformen sind nicht mehr zu rechtfertigen.“

Besonders beim Thema Rente sieht die Coburger SPD rote Linien überschritten. Zwar könne die zusätzliche Aktienrente eine sinnvolle Säule der Altersvorsorge sein, die geplante Abschaffung der Rente für langjährig Versicherte sei jedoch fatal. „Das wäre ein massiver Vertrauensverlust für unsere SPD. 45 Arbeits- und Beitragsjahre müssen genug sein dürfen!“, so Lütgenau.

Auch bei der Steuerpolitik fordert die Basis Kurskorrekturen. Die geplante Steuerreform sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, letztlich aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Für die Genossinnen und Genossen vor Ort sei es unverständlich, warum große Vermögen und Erbschaften nicht stärker in die Verantwortung genommen werden, um die Mitte der Gesellschaft zu entlasten, heißt es in der Pressemitteilung.

Arbeitsrecht mit Zündstoff

Zusätzlichen Zündstoff bieten laut SPD die Pläne im Arbeitsrecht. Eine verlängerte sachgrundlose Befristung sowie die viel diskutierte Krankschreibung ab dem ersten Tag würden die Arbeitsbedingungen in Deutschland spürbar verschlechtern. Lütgenau warnt vor den gesellschaftlichen Folgen: „Solche Maßnahmen etablieren eine Kultur des Misstrauens gegenüber den Beschäftigten und werden nicht für Wachstum sorgen.“

Trotz der klaren Worte setze die Coburger SPD auf den direkten, demokratischen Austausch. „Der Frust an der Basis ist groß und die Liste der Themen lang, aber wir wollen uns konstruktiv einbringen“, wird der Vorsitzende in der Mitteilung zitiert. „Es ist ein starkes Zeichen und absolut aufrichtig von unserem Abgeordneten Andreas Schwarz, dass er sich dieser offenen und kritischen Diskussion mit uns stellt.“

Die Mitgliederversammlung findet am Montag, 17. August, statt. Um eine interne und freie Debatte zu ermöglichen, ist die Veranstaltung nichtöffentlich und richtet sich ausschließlich an die Mitglieder der SPD.

Auch die SPD-Mitglieder aus dem Landkreis sind willkommen.  red