Kleine Stars in der großen Manege

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Junge Künstler in der Manege. Mit dem "Projekt Circus Happy Kids" studieren die Schüler der Grundschule am Heimatring tolle artistische Nummern ein. Maja Engelhardt
Junge Künstler in der Manege. Mit dem "Projekt Circus Happy Kids" studieren die Schüler der Grundschule am Heimatring tolle artistische Nummern ein. Maja Engelhardt

Die Grundschule am Heimatring lädt ins Zirkuszelt: Alle 196 Schüler zeigen ihr artistisches Können – unter professioneller Anleitung. Vorstellungen sind am 1., 2. und 3. Juli jeweils um 17 Uhr im Zelt an der Grundschule. Die Abendkasse öffnet um 16 Uhr, der Eintritt kostet zwölf Euro.

Das Licht über der Manege ist gedämpft, der rote Boden schön beleuchtet und die ersten Trapeze und Drahtseile werden aufgebaut. Noch ein kurzer Kleidungscheck, ein Hinweis auf passendes Schuhwerk und dann geht es los. Die kleinen Künstler dürfen sich in die Lüfte schwingen und für ihren großen Auftritt proben.

Als professionelle Trainer fungieren die Artisten des Prager „Project Cicus' Happy Kids“, der nun eine Woche im Heimatring gastiert und mit den Schülern spannende Nummern einstudiert. „Alle 196 Kinder sind beteiligt“, erklärt Schulleiterin Alexandra Engelhardt .

Die Erst- bis Viertklässler können zwischen den Zirkusdisziplinen Akrobatik, Zauberei, Jonglieren, Clowns , Fakire, Seiltanz, Trapez und schwarzes Theater wählen und sind über das ganze Gelände verteilt. „Manche proben auch in den Schulräumen, in der Turnhalle und im angrenzenden Gemeindezentrum“, so Engelhardt.

Im Saal der Gemeinde „Katharina von Bora“ machen sich Papageien und Flamingos, umgeben von bunten Tüchern, auf die Reise nach Brasilien. Mit Schattentheater und Schwarzlicht. „Da leuchten unsere Anzüge so toll“, strahlt Felix, bevor er sich in seine Gruppe einreiht.

Dass die Kinder Spaß haben, ist deutlich zu merken, doch das ist längst nicht alles: „Das Projekt fördert nicht nur die Teamfähigkeit, sondern stärkt das Selbstbewusstsein, die Kinder lernen auch, sich vor Publikum zu präsentieren“, nennt die Schulleiterin die pädagogischen Aspekte.

Dass dabei noch Körperbeherrschung, Ausdauer, Konzentration und Rücksichtnahme geschult werden, versteht sich fast von selbst, was daraus entsteht, ist ein tolles Gemeinschaftserlebnis.

Marlies aus der vierten Klasse kommt gerade strahlend von ihrer ersten Übung am Trapez zurück. „Das war schön“, schwärmt sie, „ich habe mal geturnt, aber jetzt keine Zeit mehr dafür, weil ich drei Mal in der Woche schwimme, aber Trapez macht Spaß.“ Aufgeregt vor der großen Aufführung ist sie, genauso wie Sabrie, „vielleicht bin ich sogar sehr nervös“, gesteht die Drittklässlerin lächelnd und fügt im selben Moment begeistert hinzu, wie schön sie das Zirkusprojekt findet. Und Angst auf der schwingenden Stange? „Habe ich keine.“

Zwei Vormittage lang proben die Schüler, dann folgen bereits die Generalprobe und drei Vorstellungen. „Sie sind offen für jeden“, so Alexandra Engelhardt . Im Vorfeld haben die Schüler bereits Plakate gestaltet, diese in der Gegend verteilt und das Thema „Zirkus“ besprochen.

„Und am Wochenende kamen 20 Helfer aus der Elternschaft, die beim Aufbau des Zeltes geholfen haben“, freut sich die Pädagogin, „das Ordnungsamt hat das Zelt dann abgenommen.“ Und damit die jungen Künstler sich noch lange an dieses besondere Erlebnis erinnern können, erstellen Mitarbeiter des Zirkus' eine DVD, die die Familien käuflich erwerben können.

„Vier Jahre im Voraus haben wir den Zirkus gebucht“, berichtet Alexandra Engelhardt schmunzelnd, „zu dieser Zeit war ich hier noch gar nicht Schulleiterin , mein Kollegium hat das angeleiert, bevor ich gekommen bin.“ Schon einmal waren die Artisten zu Gast an der Heimatringschule und faszinierten dort Schüler und Lehrer, diese Begeisterung ist in den Köpfen hängen geblieben.

Der „Projekt Circus Happy Kids“ ist auch an der Anna-B.-Eckstein-Grundschule in Meeder und der Coburger Jean-Paul-Grundschule zu Gast und gestaltet mit den Kindern eine artistische Projektwoche.