Die Firma „greentech invest 16“ aus Hamburg wird in der Banzer Straße eine große Freiflächen-Photovoltaikanlageanlage errichten. Deshalb hatte der Gemeinderat in einer der vergangenen Sitzungen zunächst einmal die rechtlichen Voraussetzungen schaffen müssen. Ein neuer Bebauungsplan und ein neuer Flächennutzungsplan waren intensiv beraten, aufgestellt und verabschiedet worden.

Dann begann die zweite Auslegungsfrist, in der die Pläne vier Wochen lang in der Gemeindeverwaltung auslagen, so dass sie jeder, der wollte, begutachten konnte. Wie Verwaltungsleiter Rolf Reisenweber nun in der jüngsten Sitzung berichtete, habe es keine Einwände gegen die Pläne gegeben. Ingenieurin Christine Bardin vom Büro König + Kühnel berichtete in diesem Zusammenhang, während der Auslegungsfrist seien 26 Behörden sowie fünf Gemeinden um eine Stellungnahme gebeten worden. Die meisten hätten auf die erste Auslegung verwiesen und seien mit den Planungen einverstanden. Einige hätten gar nicht geantwortet .

Das Landratsamt Coburg habe hat keinerlei Einwände zum Bebauungsplanentwurf und zum Flächennutzungsplan . Der Fachbereich Wasserrecht habe einige Anregungen gegeben, die in den Beschluss mit eingearbeitet worden seien. Demnach sollen die verzinkten Stahlprofile nicht bis zum Grundwasserschwankungsbereich eingetrieben werden. Beim Ausheben der Kabelgräben ist ein sorgfältiger naturnaher Wiedereinbau notwendig. Weiterhin sei zum Schutz des Grundwassers angeregt worden, synthetische Modulreinigungsmittel zu verwenden und Auffangwannen für die Öltransformatoren einzusetzen. Auch dies sei in den Beschluss eingearbeitet worden, sagte Bardin. Auch der Kreisbrandrat habe keine Einwände zum Flächennutzungsplan . Seine Vorgaben seien bereits beim Entwurf des Bebauungsplanes berücksichtigt worden. Das Wasserwirtschaftsamt schließlich habe auf Maßnahmen zur Abflussverzögerung und besseren Versickerung von Niederschlägen bei Starkregenereignissen hingewiesen.

Die Bürger sollen profitieren

Und dann gibt es noch einen Durchführungsvertrag, in dem die Änderungswünsche des Gemeinderates eingearbeitet wurden. Laut diesem Vertrag erhält die Gemeinde 90 Prozent der anfallenden Gewerbesteuer , sowie 0,2 Cent pro kWh. Dieser Vertrag war im Auftrag des Gemeinderates noch einmal geändert worden. Nun hat ihn Bürgermeister Rolf Rosenbauer vor der Sitzung unterschrieben.

Darin enthalten ist außerdem eine Klausel, dass die Firma „greentech invest 16“ eine Sicherheitsleistung in Höhe von 5000 Euro pro Megawatt zu hinterlegen hat, um einen möglichen Rückbau nach einer Frist von etwa 20 Jahren zu gewährleisten.

Natürlich sollen auch die Bürger von dem Solarpark profitieren. „Greentech“ wird hierzu in naher Zukunft im Amtsblatt informieren und eine Informationsveranstaltung durchführen.

Wie die Trasse verläuft

Um die Anlage an das öffentliche Netz anzuschließen, müssen unterirdische Kabel vom Anlagengrundstück bis zum Netzverknüpfungspunkt verlegt werden. Auf dem Gemeindegebiet verlaufen die Kabel, die rund zehn Zentimeter Durchmesser haben, auf rund 1500 Metern überwiegend an den Begleitstreifen der öffentlichen Flurwege entlang, die zum großen Teil im Besitz der Gemeinde sind. Die Kabeltrasse wird circa 1,50 Meter breit sein, dazu kommen jeweils 50 Zentimeter breite Schutzstreifen auf der linken und rechten Seite. Die Trasse soll von der Banzer Straße aus in Richtung Schloßstraße vorbei am alten Bauhof weiter auf dem Flurweg verlaufen und dann das Gemeindegebiet an der Grenze zu Großheirath verlassen. Dann soll die Trasse weiter in Richtung Gossenberg und Seßlach verlaufen. Der Trassenvertrag wurde auf 30 Jahre geschlossen. Die Firma „greentech“ muss hierfür pro Meter 4,90 Euro an die Gemeinde bezahlen. Der Gemeinderat stimmte der Vereinbarung mit der Firma „greentech invest16“ einstimmig zu. mst