von unserer Mitarbeiterin Sonja Adam

Stadtsteinach — Bei der Entlassfeier der Altenpflegeschule hatten die heimischen Schüler die Nase vorn. Denn sowohl bei den Altenpflegehelferinnen, die eine einjährige Ausbildung absolviert haben, als auch bei den Altenpflegern (drei Jahre) waren zwei Stadtsteinacherinnen die Besten.
Claudia Hohn aus dem Stadtteil Triebenreuth vollbrachte das Kunststück, einen Notendurchschnitt von 1,0 zu erreichen. "Ich mache jetzt weiter mit der Schule und hänge noch eine Ausbildung zur Altenpflegerin daran", freut sich die 28-Jährige.
Sie hat schon einen anderen Beruf erlernt - Einzelhandelskauffrau. Dann war sie acht Jahre bei der Bundeswehr, und jetzt hat sie sich bei der neuerlichen Ausbildung zum Überflieger gemausert. "Ich mache natürlich weiter. Ich freue mich schon darauf", verriet sie bei der Feier.
Auch bei Lisa Möbius (21) aus Stadtsteinach verlief die Ausbildung problemlos und überaus erfolgreich. "Ich habe erst Sozialpflege gemacht, wollte aber schon immer in den Bereich Altenpflege gehen", erzählt sie. Sie arbeitet bereits im evangelischen Wohnstift in Kulmbach. "Und ich werde jetzt auch dort bleiben", sagt Lisa Möbius und ist stolz, dass sie unter denen, die eine dreijährige Ausbildung an der Schule in Stadtsteinach absolviert haben, die Beste ist.

Ein ganz wichtiger Beruf

"Das Schöne an dem Beruf ist, dass man von den alten Menschen ganz viel zurück bekommt", sagt Lisa Möbius. Natürlich kennt auch sie die Vorurteile und weiß, dass viele diesen Beruf nicht ausüben möchten. "Man müsste viel mehr für das Ansehen kämpfen. Dieser Beruf ist so wichtig", sagt Möbius.
Insgesamt haben zwölf Altenpflegehelfer und zwölf Altenpfleger ihr Zeugnis von Schulleiter Peter Johann und den Lehrkräften ausgehändigt bekommen. Die meisten von ihnen haben bereits eine Anstellung in der Tasche. Vier Pflegehelferinnen allerdings machen weiter und hängen die Altenpflegeausbildung noch dran, freute sich Johann.
Der Schulleiter ließ die Absolventen mit einem lachenden und einem weinenden Auge ziehen. "Ich hoffe, dass ihr alle etwas, mit dem, was ihr gelernt habt, anfangen könnt", wünschte er den jungen Männern und Frauen.

Großfamilie funktioniert nicht

Auch der Stadtsteinacher Bürgermeister Roland Wolfrum betonte, wie wichtig die Sparte Altenpflege ist. Denn das System der generationenübergreifenden Großfamilie, wo die jungen Leute die älteren Menschen selbstständig betreuen, funktioniere schon lange nicht mehr. "Das Büffeln und Lernen hat zumindest ein momentanes Ende", sagte Wolfrum, machte aber keinen Hehl daraus, dass das Lernen wohl noch lange nicht aufhören wird.

Kampf für bessere Bedingungen

Auch Jürgen Dippold, der Geschäftsführer des BRK-Kreisverbands, betonte, welch immense Wichtigkeit der Beruf des Altenpflegers hat. Das BRK versuche, die Rahmenbedingungen immer weiter zu verbessern. "Aber die Neudefinition des Pflegeberufs hat noch nicht stattgefunden", sagte Dippold. "Wir kämpfen weiterhin für Ihre Arbeitsbedingungen, wir brauchen Fachkräfte."