Der Luftsportclub Nordhalben (LSC) zog aus seinem Flugplatzfest mit anschließendem Urlaubsfliegen eine positive Bilanz. Auch konnte dabei mit Christoph Daum ein neuer Flugschüler gewonnen werden. "Ich habe das Segelfliegen schon länger vorgehabt und bin mir sicher, dass dieses nicht alltägliche Hobby zu mir passt", sagte der 18-jährige Nordhalbener. Die ersten vier Flugstunden hat der Nachwuchspilot schon hinter sich und er ist fest gewillt, die Fluglizenz für Segelflieger zu erwerben.

Christoph Daum macht derzeit eine Ausbildung zum Industriemechaniker und weiß auch genau, auf was er sich vor allem zeitlich eingelassen hat. Die Kosten sind nicht unerheblich, aber aufgrund der ehrenamtlichen Tätigkeit seines Fluglehrers Christian Walle auch für einen Azubi überschaubar.

Christoph Daum zeigte sich auch zuversichtlich, den Flugschein innerhalb von zwei Jahren zu schaffen. Für ihn sei es auch ein guter Zeitpunkt des Einstiegs in die Fliegerei, nachdem er die Zwischenprüfung hinter sich gebracht hat und es bis zur Gesellenprüfung noch ein wenig Zeit ist. Durch eine Bekannte ist er auf den Sport aufmerksam geworden und will als erster in der Familie in die Luft. "Mein Vater ist und der Opa war ein motorsportbegeisteter Anhänger, aber nur mit Maschinen, die sich auf dem Boden bewegen", sagte er.

Der Vorsitzende des LSC Christian Walle, zugleich der Fluglehrer zeigte sich mit der Entwicklung seines Vereins zufrieden. "Wir haben jetzt am Flugplatz in Titschendorf mit dem alten Feuerwehrauto aus Heinersberg einen mobilen Tower". Er verweist auf die drei vereinseigenen Flugzeuge, wobei er sich wünschen würde, den Schulungsdoppelsitzer (K7) aus Holz gegen einen moderneren Flieger aus Kunststoff zu ersetzen. Der erste Musterwechsel für die Flugschüler, derzeit sind drei in der Ausbildung, ist dann der Schulungseinsitzer (K8). Darüber hinaus unterhält der 180 Mitglieder starke Verein eine LS 4 als Leistungsflugzeug aus Kunststoff, welches für Streckenflüge zum Einsatz kommt.

Früher oder später muss der Flugzeugpark modernisiert werden und ein Kunststoffdoppelsitzer her, sagte Christian Walle. Sein Ziel ist es, die Fliegerei vor allem für den Nachwuchs interessanter und attraktiver zu machen. Er freut sich deshalb auch, dass aus Kulmbach zwei Nordhalbener Piloten zurückgekommen sind und ihr Hobby jetzt in Nordhalben beziehungsweise Titschendorf ausführen.

Was die Investitionen betrifft, immerhin rechnet er mit Anschaffungskosten für einen Flieger von um die 50 000 Euro, zeigt er sich verhalten. "Wir sind zumindest froh, dass wir 180 Mitglieder haben und davon ein Großteil Fördermitglieder sind. Ein paar Piloten mehr würde die Lage bereits verbessern, meinte er. Auch führe man zahlreiche gesellschaftliche Veranstaltungen durch, um die Vereinskasse aufzubessern. Er verweist auf die Unterhaltskosten für die gesamte Ausrüstung und Versicherungen. Deshalb müsse man vor der Neuanschaffung eines Segelfliegers erst andere Baustellen, wie die Neulackierung der LS 4 oder die Windenreparatur, erledigt haben. Gelegenheit zum Fliegen und auch Mitfliegen für interessierte Bürger gibt es an allen Sonntagen in den Sommermonaten, wenn es das Wetter zulässt. Außerdem setzt man sich spontan in der Whatsapp-Pilotengruppe in Verbindung und vereinbart Termine.

Der stellvertretende Vorsitzende Max Deckelmann zog bezüglich des Urlaubsfliegens eine etwas ernüchternde Bilanz.

"Das Wetter hat in dieser Woche einfach nicht mitgespielt, man hatte deshalb wesentlich weniger Starts zu verzeichnen als in den Vorjahren. Am Flugwochenende kamen wir immerhin auf 100 Starts, in der darauf folgenden Woche lediglich auf 50", sagte er.

Weitere Informationen zum Segelfliegen, die Möglichkeit mit in die Lüfte zu gehen besteht jeden Sonntag, gibt es unter www.lscn.de miw