Blitz und Donner im Januar, dafür sorgt das Sturmtief "Burglind". Der Orkan zerstört eine Halle bei Kunreuth und sorgt für voll gelaufene Keller und beschädigte Dächer. Eine kurze, heftige Windhose knickt auf halber Strecke zwischen Kunreuth und Weingarts mächtige Bäume und zerstört eine massiv gebaute Maschinenhalle.

Die Kunreuther Wehr muss aufgrund des starken Regens entlang der Staatsstraße Wasser wieder im Graben kanalisieren. Beim Überfluten der Straße hatte es Schottersteine quer über die Fahrbahn geschwemmt. Heftige Verwüstungen hinterläßt der Sturm auch im Raum Lützelsdorf, wo die Feuerwehren aus Pretzfeld, Wannbach und Lützelsdorf die Durchgangsstraße von Pretzfeld nach Egloffstein kurzzeitig komplett sperren. Der Sturm fegt durch das kleine Dorf und hinterlässt auch hier teilweise abgedeckte Wohnhäuser und zerstörte Garagen.

Der Holzanbau am Lehrbienenstand wird zerlegt. Die Sturmböen reißen auch eine Hochspannungsleitung aus der Halterung, was einen Kurzschluss und einem vorübergehenden Stromausfall zwischen Ebermannstadt und Thuisbrunn verursacht. In Oesdorf laufen Keller voll. Bis zu 20 Zentimeter tief steht das Wasser in einem Gebäude in der Eichengasse. Auch in Rosenbach muss die örtliche Feuerwehr Keller leer pumpen.

Fabienne wütet

Am 23. September fegt das Sturmtief "Fabienne" über den Landkreis Forchheim. Starker Regen und schwere Sturmböen bescheren den Feuerwehren im Landkreis eine großflächige Unwetterlage. Zwischenzeitlich fällt in einigen Teilen des Landkreises der Strom aus. Zahlreiche umgestürzte Bäume blockieren Straßen oder beschädigen Dächer und Fahrzeuge. In vielen Orten muss die Feuerwehr abgedeckte Dächer notdürftig verschließen. Alle Teile des Landkreises sind betroffen, so dass ein Großteil der Feuerwehren bis in die Nacht hinein mit Aufräumarbeiten beschäftigt sind. Einige Ortsverbindungsstraßen werden für den Verkehr gesperrt.

Die Integrierte Leitstelle Bamberg-Forchheim zählt in kürzester Zeit circa 500 Anrufe über die Notrufnummer und alarmiert im Landkreis Forchheim zu rund 180 Einsätzen. "Die Einsatzzahlen dürften sich im Landkreis tatsächlich auf 400 bis 500 belaufen haben, da viele Einsatzstellen von den örtlichen Wehren zusätzlich abgearbeitet wurden", so Kreisbrandrat Oliverteilte Flake mit. Alleine in der Großen Kreisstadt Forchheim sind über 30 Einsätze in allen Stadtteilen zu bewältigen.

Fast alle Feuerwehren des Landkreises und die Ortsverbände Forchheim und Kirchehrenbach des Technischen Hilfswerks (THW) sind bei den Einsätzen gefordert. In Gräfenberg kracht ein Baum auf ein fahrendes Auto und beschädigt das Heck. Der Fahrer kommt mit dem Schrecken davon. Sein Auto ist allerdings ein Totalschaden.

Eine 76-jährige Frau weicht auf der Ortsverbindungsstraße zwischen Möchs und Hiltpoltstein einem Baum aus, der auf der Straße liegt. Sie kommt von der Fahrbahn ab und landet im Straßengraben. Bei Schossaritz versucht ein Mann, herabgefallene Dachziegel nach dem Unwetter wieder neu einzudecken. Dabei rutscht er ab und stürzt drei Meter in die Tiefe.

In Ebermannstadt fällt in der Breitenbacher Straße eine Schornsteinabdeckung samt Ziegelsteinen auf das Dach eines Autos. Ebenfalls in Ebermannstadt in der Bahnhofstraße kippt ein Rohrständer um und ragt auf den Gehweg.

Auf der Lillinger Höhe brechen etliche Äste der Jahrhunderte alten Eichen ab. Das Dach der Marienkapelle, die in diese alten Bäume eingebettet ist, wird jedoch verschont. Aufgrund von Unwetterschäden wird der Streckenabschnitt der Gräfenbergbahn zwischen Heroldsberg und Eschenau gesperrt. Ein Schienenersatzverkehr wird eingerichtet.

Das Sturmtief "Fabienne" verschont auch den Wildpark Hundshaupten nicht. Einige Bäume stürzen um und beschädigen Zäune und verschiedene Gehege. Eine Uhu-Voliere wird komplett zerstört. Der "Friedwald" in Ebermannstadt wird wegen einer Vielzahl gesplitterter und umgestürzter Bäume für mehrere Tage komplett gesperrt. JH