Häuserzeilen, auf denen bunte geometrische Formen kreisten, Menschenmengen, wie man sie seit dem Korbmarkt zu dessen ganz späten Stunden nicht mehr erlebt hat, literarische Lesungen oder Rock 'n' Roll in Geschäften - das Dämmershoppen hat viele Gesichter. Zum vierten Mal zog es Menschen in die Innenstadt und selbst in die Mainau. Das durch "Treffpunkt" und Stadtmarketing getragene Konzept lockte am Samstagabend Hunderte bis Tausende ins Herz der Korbstadt.

Ein kleiner Rest war übrig. Hinter ihm loderten ein paar Flammen und diese beschienen, was von der 88-Kilo-Sau übrig blieb. Es war noch recht früh am Abend, doch 160 Portionen von der Sau am Spieß waren verkauft worden. Auch sie ein Höhepunkt an dem Tag, an dem der Einzelhandel in Lichtenfels Aktionen anbot: Musik, Parfümgutscheine, Modenschauen, Honigverkostung oder Einkauf zu Prosecco und Knabbereien.

Bei Susanne Mohnkorn, Vorstandsmitglied der Aktionsgemeinschaft "Treffpunkt", gab es gar ein Herbstleuchten mit Blätterteig, Bier vom Fass, Live-Musik und sonstigem Dank an ihre Kunden, und tatsächlich war ihr Schmuckladen in der Laurenzistraße herbstlich-rötlich angestrahlt. "Man muss Aktionen mitnehmen, um in den Seitenstraßen aufzufallen", so Mohnkorn. Damit war so ziemlich gesagt, worum es vor allem dem Einzelhandel überhaupt geht: erkannt werden, auffallen in Zeiten wie diesen.

Krimi-Autorin liest vor

Und so hatten die Läden bis 22 Uhr geöffnet, das Gesellige dauerte hingegen bisweilen länger an. Krimi-Autorin Friederike Schmöe hielt ab 20 Uhr eine Lesung in der Stadtbücherei, um diese Zeit spielte das Quartett "Mayor Lenzes" bei zur Straße geöffneter Tür. Die Menschen, die kamen und Songs wie "50 Ways to leave your Lover" beiwohnten, mochten nach drei, vier Liedern gehen und anderen Zuhörern Platz machen. Das Prinzip war die Freundlichkeit der offenen Tür und die Erlaubnis, durch diese mal hereinzukommen.

Zweimaliger Höhepunkt des Abends war die Feuershow Lux Aeterna, bei der die Frau, die am Nachmittag noch den Stelzenengel "Liebelo" gab, nach Einbruch der Dunkelheit erst den Säumarkt und dann den Marktplatz mit Feuerrädern in Erstaunen versetzte. Doch bei aller Show und allen Effekten geht es doch auch um das Wirtschaftliche. Citymanager Steffen Hofmann versichert, dass es Teilnehmer gibt, welche die Abende auch unter Umsatzbetrachtungen als lohnend ansehen. MH