Die Verwaltung hat sich auf etwa ein halbes Jahr Vertretungszeit für den durch einen Verkehrsunfall schwer verletzten Bürgermeister Andreas Galster (CSU) eingerichtet. Galster befindet sich auf dem Weg der Besserung und steht vor einer längeren Rehabilitationsphase. Bis zum 30. April, dem Ende der Wahlperiode des Stadrats, vertritt ihn Zweite Bürgermeisterin Eva Ehrhardt-Odörfer (SPD).

Sie wurde von ihrem Arbeitgeber freigestellt und führt seit 1. Januar die Amtsgeschäfte. Ehrhardt-Odörfer ist seither Wahlbeamtin. Sie und auch die Person, die in der neuen Stadtratsperiode Zweite bzw. Zweiter Bürgermeister sein wird, erhalten in der Vertretungszeit dieselben Bezüge wie der hauptamtliche Erste Bürgermeister. Eine Folge der Erkrankung Galsters ist die Verlegung der Bürgerversammlung in die zweite Jahreshälfte. In Baiersdorf ist es Usus, sie im April oder Mai abzuhalten.

Der Stadtrat beschloss die Satzungsänderung über Ehrungen und Auszeichnungen. Sie ist nun um die Freundschaftsmedaille erweitert. Diese Auszeichnung sollen Personen erhalten, die sich besonders um Beziehungen zu Partnergemeinden verdient gemacht haben. Die Medaille soll an nicht mehr als sechs lebende Personen verliehen werden. "Diese Auszeichnung ist ein besonderes Anliegen von Andreas Galster", erläuterte Ehrhardt-Odörfer. Man solle sich deshalb auch mit Vorschlägen zurückhalten bis zu seiner Genesung, legte sie ihren Ratskollegen ans Herz.

80-prozentige Förderung

Dem Stadtrat wurde vom Planungsbüro Wollborn die Gestaltung der Außenanlagen des Kindergartens Birkenweg in Igelsdorf vorgestellt. Die Kosten hierfür belaufen sich voraussichtlich auf 460 000 Euro. Da der Stadrat auch eine PV-Anlage (40 000 Euro) beschlossen hat, kommt der Neubau des Kindergartens auf insgesamt rund 4,2 Millionen Euro. Die Förderung für das Gebäude wird bei 80 Prozent liegen.

Die Freiflächen für Krippenkinder und die Älteren sind getrennt; Sandspielflächen werden mit Sonnensegeln überdacht, ebenso ein Teil des Innenhofes. Dessen Mitte soll ein stattlicher Baum bilden. Weil der Innenhof nur über das Gebäude zugänglich ist, äußerten Alois Ritter, der im Bauhof tätig ist, und Christine Lepper (beide CSU) Bedenken wegen der Pflege. Hingegen gehört der Baum für Karlheinz Roll (ÖWG) untrennbar zum Atriumkonzept des Baus. Der Rat will sich nun nochmals Gedanken machen über die Folgekosten der Bepflanzung insgesamt. So wünschenswert zum Beispiel Naschsträucher sind, so viel Pflege und damit Kosten verursachen sie. Fünf überdachte Abstellplätze für Räder hielten etliche Ratsmitglieder für zu wenig. Auch hier soll nachgebessert werden.

Die schleichende Erhöhung des Tempolimits auf der A 73 bereitet den Baiersdorfern keine Freude. Von der Autobahndirektion will die Verwaltung deshalb das vorhandene Lärmgutachten erhalten. Zudem will man erreichen, dass eine feste Lärm- und Feinstaub-Messanlage auf Höhe des Stadtgebiets installiert wird.

50 000 Euro für Kundendienst

Für ein gewisses Erschrecken sorgte im Rat die überplanmäßige Ausgabe für den großen Kundendienst der Drehleiter. Sie kam nämlich auf 50 000 Euro, obwohl nur 20 000 Euro im Haushalt eingestellt sind. Da die Leiter ins Werk nach Ulm gebracht werden musste und dort mehrere Wochen blieb, kommen noch knapp 9000 Euro Miete für eine Drehleiter der Stadt Nürnberg dazu. Es kristallisierte sich bei der Prüfung der Ausgabeposten heraus, dass fast 19 000 Euro für die alle zehn Jahre vorgeschriebene Gesamtprüfung enthalten sind. Diese wäre zwar erst 2021 fällig, wurde aber vorgezogen, weil die Leiter sowieso schon beim Hersteller war.

Beratungsthema bis zur Konstituierung des neuen Stadtrats werden die Möglichkeiten, wie Sitzungsunterlagen auch für Bürger im Netz bereitgestellt werden könnten. So lautet ein Antrag der Fraktion der Grünen. Das sorgt unzweifelhaft - so die übereinstimmende Meinung - für mehr Transparenz. Zu bedenken sei aber der Datenschutz.

Neu auf der Tagesordnung war ein Stück Straßenerneuerung der Bubenreuther Straße in Igelsdorf. Sie muss bis zum neuen Feuerwehrhaus am ehemaligen Bolzplatz wegen der Leitungen aufgegraben werden. Bei einer besonders maroden Stelle innerhalb der Bebauung soll die ganze Decke erneuert werden. Das kostet etwa 18 000 Euro. Alois Ritter (CSU) fragte nach einem durchgängigen Gehweg bis zum neuen Feuerwehrdomizil. Der ist nicht vorgesehen, erläuterte Ehrhardt-Odörfer den alten Stadtratsbeschluss. Die Mehrzahl der Anlieger habe sich dagegen ausgesprochen, weil sie für den Erstausbau mitzahlen müssten.