Niklas Schmitt Im Hinblick auf die momentane Lage in Deutschland und der Region stellt sich Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm (Junge Liste) vor allem eine Frage: "Wie geht man jetzt mit der Corona-Krise um?" Eines steht für ihn derweil fest, so wie bisher geht es nicht weiter.

Das sagte er auf einer Pressekonferenz am Montagmittag. Im Blick hat Brehm vor allem die Unternehmen und Betriebe, die von den vor kurzem beschlossenen Lockerungen nicht profitieren: die Gastronomie, das Hotelgewerbe und die Reisebranche. Deswegen fordert er mit dem "Exit Jetzt" eine zügige Lockerung der Beschränkungen auch für diese Gewerbe. "In meiner Funktion als erster Bürgermeister erlebe ich momentan viele persönliche Schicksale, die sich in Folge der Corona-Maßnahmen ergeben", sagte Brehm.

Über den Nutzen hinaus

Gründe für eine Lockerung sieht er einerseits in der positiven Entwicklung der Infiziertenzahlen - deutschlandweit und in der Region. Die Reproduktionsrate sei unter 1 und auch die Krankenhäuser seien mittlerweile gut gerüstet. "Die ersten Maßnahmen zur Eindämmung der Virusverbreitung waren wichtig und richtig", sagte der Bürgermeister, doch jetzt würden diese Maßnahmen, werden sie weiter beibehalten, über den eigentlichen Nutzen hinausgehen.

Unterstützung erfährt er von Michael Thiem vom IHK-Gremium Herzogenaurach: "Wir unterstützen alle Anstrengungen, die dazu führen, dass wir wieder zum wirtschaftlichen Normalbetrieb zurückkehren."

Thiem forderte, Vertrauen in Menschen und Unternehmen zu setzen. Hinzu kommen laut Thiem rechtsstaatliche Gedanken, ob eine Beschränkung rechtlich überhaupt zu halten ist.

Ganz ähnlich sieht das Christian Pöllmann, Hotelier und Gastronom aus Adelsdorf. "Ich glaube", sagt er, "dass alle vernünftig genug wären, gut damit umzugehen." Die Gastronomie habe ohnehin einen hohen hygienischen Standard, den man in Hinsicht auf die Gesundheit der Gäste und des Personals noch weiter anpassen könne. Er sprach von einer verzweifelten Stimmung innerhalb der Branche. "Am schlimmsten ist die Unsicherheit", sagte Pöllmann, die Gäste dazu veranlasse, gebuchte Veranstaltungen wie Geburtstage oder Hochzeiten um einige Monate oder ein ganzes Jahr zu verschieben.

"In der Gastro helfen Zuschüsse und Geschenke", macht der Gastronom seine Forderung deutlich. Die Sieben-Prozent-Regelung sei durch ihre zeitliche Begrenzung wenig hilfreich.

Schwierig ist die Lage auch für Reisebüros, wie Astrid Dresel, Inhaberin eines solchen sagt. "Wir brauchen einen Fahrplan, wie es weitergeht." Wenn viele Reisebüros schließen müssten, schade das der Vielfalt. Außerdem lebe auch die Gastro von den Touristen. Daher wünscht sich Brehm eine sofortige Lockerung der Maßnahmen und Mut, um ein gewisses Risiko einzugehen und damit Arbeitsplätze, Betriebe und Existenzen zu retten - nicht nur vor dem Coronavirus.