Die Netzbetreiber haben am 31. Januar den neuen Netzentwicklungsplan 2030 vorgelegt. Die Bürger haben ab sofort die Möglichkeit, diesen zu konsultieren. Dies meldete die Bürgerinitiative "Pro Sinntal" in einer Pressemitteilung.
Nach Auffassung der Bürgerinitiative "Pro Sinntal" werden die Einsprüche jedoch lediglich von den Übertragungsnetzbe-treibern und der Bundesnetzagentur verwaltet, aber kaum beachtet. Aus diesem Grund werde der Protest gegen unnötige Stromtrassen gerade auch im Wahlkampfjahr verstärkt fortgeführt werden. Es liege in der Verantwortung der Politik, das Recht der Stromkunden auf eine bezahlbare, klimafreundliche Energieversorgung durchzusetzen, betonen die Verantwortlichen der Initiative.


Massiver Netzausbau

Der nun wieder neu von den Übertragungsnetzbetreibern vorgelegte Netzentwicklungsplan (NEP) folge weiter dem Prinzip "Trassen statt Energiewende". Die Bürgerinitiative "Pro Sinntal" stellt die Pläne für diesen massiven Netzausbau in Frage, denn für die Energiewende ist nach ihrer Meinung dieser NEP untauglich. Der geplante Stromnetzausbau müsse deutlich reduziert werden, große Nord-Süd-Verbindungen seien vermeidbar. Sie würden für die Versorgungssicherheit Bayerns nicht benötigt, sondern sind Strom-Export-Trassen mit hohen Anteilen von Kohlestrom.
Der Netzentwicklungsplan selbst sei hier Beleg für die Übertragung von zentral erzeugtem Strom aus Kohle. Diese Profitorientierung allein zugunsten der Großkonzerne diene nicht dem Gemeinwohl.


Größerer Stellenwert

Die Vertreter der Bürgerinitiativen werden sich verstärkt dafür einsetzen, dass einer sozial gerechten, wirtschaftlich sinnvollen und umweltfreundlichen Energieversorgung im kommenden Bundestagswahlkampf ein deutlich größerer Stellenwert zugemessen wird, als dies bislang der Fall ist. Ein schneller Kohleausstieg sei dringend erforderlich. Der massive Netzausbau mit Gleichstromtrassen habe zudem zahlreiche weitere teure und für die Bevölkerung gesundheitsgefährdende Projekte zur Folge. So seien beispielsweise die Wechselstrom-trassen P44 (Altenfeld-Grafenrheinfeld) bzw. die Alternativstrecke P44mod (Altenfeld-Würgau-Ludersheim) erneut im NEP enthalten - trotz öffentlicher Beteuerungen von Seiten der Landesregierung, dieses Vorhaben verhindern zu wollen.
Diese Stromtrassen sollen im Falle einer Störung der Gleichstromleitungen für ausreichend Transportkapazität sorgen. red