von unserem Redaktionsmitglied 
Matthias Einwag

Weismain/Fesselsdorf — Die Bürgerinitiative Jurawindpark und der Verein Pro Heimat Fränkischer Jura wollen bei der Stadt Weismain beantragen, für das gesamte Stadtgebiet Weismain die 10H-Regelung verbindlich zu beschließen. Die Fragestellung des Antrags, der über ein Bürgerbegehren zum Bürgerentscheid führen soll: "Soll die Stadt Weismain bei der Planung und Umsetzung von Windkraftanlagen den Mindestabstand der zehnfachen Anlagenhöhe von der Wohnbebauung im gesamten Stadtgebiet verbindlich einhalten (Bayerische 10H-Regelung), um die betroffene Bevölkerung vor gesundheitlichen und wirtschaftlichen Risiken zu schützen?"
Zur Begründung führen die Initiatoren um Edwin Bergmann aus Fesselsdorf an, das Gesetz über die 10H-Regelung besage, dass Windkraftanlagen mindestens den zehnfachen Abstand ihrer Höhe von einer Wohnbebauung entfernt aufgestellt werden müssen. Damit hätten die Kommunen die Grundlage erhalten, diesen Mindestabstand festzulegen. Dieses Recht, so die Initiatoren weiter, beanspruchten auch die Einwohner der Stadt Weismain für sich, "insbesondere im Hinblick darauf, dass in den angrenzenden Nachbarkommunen Wonsees, Kasendorf, Stadelhofen, Wattendorf und Hollfeld die kommunalen Entscheidungsträger dies bereits seit langem beschlossen haben". Weismain sei die einzige Kommune der Region ohne eine derartige Regelung. Somit bestehe die Möglichkeit für die Stadtverwaltung, geringere Abstände festzulegen. Der Stadtrat hatte sich im September mehrheitlich geweigert, dies zu ändern.
Bürgermeister Udo Dauer (CSU) dementiert dies und sagt: "Der Stadtrat verpflichtete sich fest, fürs Stadtgebiet keine Bauleitplanung durchzuführen, die eine Unterschreitung der 10H-Regelung zum Inhalt hat." Somit stehe fest, dass es auf dem Stadtgebiet keine neuen Windräder geben werde, solange der Stadtrat seinen Beschluss nicht aufhebe. Bis Dienstagnachmittag lag der Stadtverwaltung Weismain kein entsprechender Antrag auf Bürgerentscheid vor.
Derzeit gibt es auf dem Stadtgebiet drei Windkraftanlagen bei Seubersdorf bzw. bei Großziegenfeld. Das Landratsamt Lichtenfels hat jedoch zwei weitere Anlagen in der Gemarkung Großziegenfeld genehmigt, die noch nach altem Recht zu behandeln waren und somit realisiert werden dürfen.