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Wiesenthau
Gemeinderat

Bürgerbefragung zum Funkmast in Wiesenthau: 451 dafür, 438 dagegen

"Recht g‘scheit sind wir jetzt auch nicht", meinte Bürgermeister Bernd Drummer (BGW) in der Sitzung des Gemeinderats Wiesenthau, als er das Ergebnis der Bürgerbefragung zum Thema Mobilfunk vortrug. De...
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"Recht g‘scheit sind wir jetzt auch nicht", meinte Bürgermeister Bernd Drummer (BGW) in der Sitzung des Gemeinderats Wiesenthau, als er das Ergebnis der Bürgerbefragung zum Thema Mobilfunk vortrug. Denn etwa die Hälfte der Bürger hatte sich für und die andere gegen den Bau eines Funkmasts ausgesprochen.

Die Fragebögen waren am 3. und 4. Juli an 1334 registrierte Wahlberechtigte verteilt worden. Diese hatten bis zum 21. Juli Zeit, den Fragebogen ausgefüllt wieder abzugeben. Drummer monierte, dass mit den Fragebögen auch Flugblätter verteilt worden waren. Er fand es nicht gut, dass auf diesen nicht vermerkt worden war, von wem sie eigentlich sind. "Ich bin auch von verschiedenen Leuten angerufen worden. Auch hier waren einige dafür und einige dagegen", informierte der Bürgermeister.

Er zeigte sich stolz auf die Quote der Rückmeldungen: 902 Fragebögen waren wieder zurückgekommen, eine Quote von 67,6 Prozent. 13 Bürger hatten keine Angabe gemacht, aber den Zettel doch zurückgegeben. 451 der befragten Bürger wollen einen Mobilfunkmast, 438 wollen keinen. Das Ergebnis wurde an die Telekom weitergeleitet. "Aber ich weiß nicht, wie die das werten", meinte Drummer.

Holger Stöhr (MHN) zeigte sich überrascht, dass dieser Punkt kurzfristig auf die Tagesordnung genommen worden war und sich der eine oder andere nicht habe vorbereiten können. Er sprach auch die Bedenken von Bürgern an, ob denn die Anonymität bei der Aktion gewahrt worden sei. Drummer bestätigte, dass darauf unbedingt geachtet worden war. Um Unregelmäßigkeiten zu vermeiden, war farbiges Papier verwendet worden, das auch noch gestanzt worden war. "Da gibt es keine Rückschlüsse. Wir wollten ein Stimmungsbild erhalten", antwortete Drummer. Er erklärte, dass im letzten Jahr im alten Rat diskutiert worden war, nur die Frage zu stellen: Sind Sie für einen Mobilfunkmast, ja oder nein? Aufgrund von Anregungen wurde der Fragebogen jedoch ergänzt.

"Ich weigere mich aber, Fragen mit Bedingungen zu stellen", sagte der Bürgermeister. Holger Stöhr wollte wissen, ob sich die Gemeinde in einem Dialogverfahren befinde und ob es einen unabhängigen Gutachter für das Thema gebe. Drummer bestätigte, dass er im Dialog mit allen stehe und er auch schon Kontakt zu einem zertifizierten Gutachter aufgenommen habe. Holger Stöhr wollte wissen, nach welchem Verfahren der Gutachter ausgewählt worden war. Bernd Drummer erklärte, dass er den ersten auf der Liste genommen habe, der sich in der Region auskennt. Es gebe aber noch keinen Vertrag mit ihm.

Cornelia Siebenhaar (MHN) wollte wissen, ob man das Auswahlverfahren noch verändern könne. Benedikt Bartosch (BGW) fragte, ob es denn Bedenken gegenüber dem Gutachter gebe. Die gibt es aber nicht und es wurde noch kein Vertrag geschlossen.

Zur Sitzung waren auch einige Bürger gekommen. Gleich zu Beginn wollte eine Bürgerin Fragen zu einer Nachricht stellen, die sie vom Bürgermeister erhalten hatte. Da jedoch keine Fragen zu Themen der Tagesordnung gestellt werden dürfen, verließ sie verärgert den Raum.

Nach der Sitzung standen einige Bürger noch zusammen und diskutierten das Ergebnis. Sie hatten Sorge, dass das Thema die Gemeinde entzweien könnte. Denn die Befürworter des Masts kommen eher aus Schlaifhausen, wo kein Mast aufgestellt werden soll. Die Anwohner haben Angst um ihre Gesundheit wegen der Strahlen. Und sie sehen einen Wertverlust ihrer Immobilien kommen. Bei der Umfrage hatten sie mit mehr Befürwortern gerechnet und waren froh, dass sie doch mehr Unterstützung bei den Mitbürgern haben.