Es ist der Dialog, der vermisst wird, und konkrete Antworten auf Fragen. Das wurde in der zweieinhalb Stunden dauernden Informationsveranstaltung über den m...
Es ist der Dialog, der vermisst wird, und konkrete Antworten auf Fragen. Das wurde in der zweieinhalb Stunden dauernden Informationsveranstaltung über den möglichen Nationalpark Rhön in Oehrberg deutlich. Die Veranstaltung mit dem Vorsitzenden des Vereins "Unsere Rhön - gemeinsam stark", Daniel Wehner, und dem Forstdirektor a. D. Herbert Gregor aus Aschach hatte Ortsreferent Egon Kessler organisiert. Und es wurde rege diskutiert.
Der Verein "Unsere Rhön - gemeinsam stark" sagt "Nein" zum Nationalpark und spricht sich für den Erhalt der einmaligen Rhönlandschaft aus, sie zu entwickeln und zukunftsfähig zu gestalten. Naturpark und Biosphärenreservat Rhön legten dafür den Grundstein und gewährleisteten Natur- und Artenschutz in Einklang mit Bewirtschaftung und Freizeit.
Wehner beschwerte sich im Vorfeld über die Berichterstattung der Medien. Weil bei der Demonstration gegen einen Nationalpark in Stangenroth zwei Plakate "unterhalb der Gürtellinie" waren, werde man jetzt als "militante Hinterwäldler" bezeichnet. Doch habe man bei über 1000 Demonstranten nicht alle kontrollieren können. Dass auch die Meinung der "Pro-Leute" akzeptiert wird, wie Wehner betonte, zeigte sich am Samstagabend. Von den zirka 70 Anwesen waren augenscheinlich nur zwei Befürworter, die ihre Argumente ebenso anbringen konnten wie die Nationalparkgegner. So sei der Nationalpark für Steffi Messerschmitt der beste Weg, die Natur, den Reichtum der Rhön, zu schützen. Auch sie als Befürworter stimmte zu, dass die Bürger befragt werden müssten. Kritisiert wurde unter anderem von Evi Kaiser, dass die "Stimmung" aus den betroffenen Ortschaften nicht eingeholt wurde.
Aufschlussreich war der Fragenkatalog, den Gregor zum Nationalpark, der demnach gar nicht in der Rhön, sondern zwischen Burgwallbach und Schondra liege, aufgestellt hatte. Millioneneinnahmen durch Touristen bezeichnete er als illusorisch, weil keine Touristenströme in Wälder, die bis auf Kahlflächen so bleiben wie sie sind, zu erwarten seien. Auch die 60 000 Kubikmeter Stamm, Industrie- und Brennholz aus der Region könnten nicht durch einen Arbeitskreis herbei gezaubert werden. Seine Forderung an die Regierung lautet, die vorhandenen Mittel in die Verbesserung der Infrastruktur der Rhön zu investieren.
ksg