Nur sieben Prozent des Stroms, den die Kulmbacher Stadtwerke verkaufen, stammt von Dächern. Das ist viel zu wenig, findet das Energiewende- Bündnis Kulmbach, dem Vertretern von Grünen, ödp, Linken, Bund Naturschutz und von der Partei mut angehören. Das Bündnis fordert, dass der Stadtrat Kulmbach seinen vor vier Jahren gefassten Beschluss, PV-Anlagen auf Freiflächen grundsätzlich nicht zuzulassen, aufzuheben. Stattdessen sollte der Stadtrat die geplante Anlage bei Höferänger befürworten und zudem prüfen, wie sich die Stadtwerke an diesem PV-Park beteiligen könnte.

Für Anlage in Bürgerhand

"Die Errichtung von Photovoltaikanlagen auf Freiflächen ist notwendig, denn die derzeitige Dachflächennutzung reicht bei weitem nicht aus", erklärte Bezirks- und Kreisrätin Dagmar Keis-Lechner von den Grünen. Außerdem wollten die Bürger grundsätzlich einen höheren Anteil an regenerativen Energien. Der Investor habe außerdem grünes Licht für eine Bürgersolaranlage gegeben.

Das Energiewende-Bündnis möchte es nicht allein bei dem Antrag belassen. Sollte der Stadtrat seinen Beschluss nicht revidieren, überlegen die Mitglieder, einen Bürgerantrag einzureichen. Dagmar Keis-Lechner erklärte bei dem Pressegespräch im Tennisheim Rot-Weiß, dass hierfür in Kulmbach 270 Unterschriften gesammelt werden müssten. "Aber schauen wir erst mal, was am 9. Mai im Stadtrat passiert."

Klaus Julius Springmann, ein Pionier auf dem Solar-Sektor, betonte, dass die Industrieanlagen in Kulmbach nur wenig Solarmodule auf den Dächern haben. "Auch auf den privaten Häuern hat es keinen großen Zuwachs gegeben. Das reicht bei weitem nicht aus", so Springmann.

"Wir müssen weg von Atomstrom und Kohle. Wir brauchen Photovoltaik und Wind", pflichtete auch Karlheinz Vollrath vom Bund Naturschutz bei. Auch Christian Ohnemüller und Jürgen Tesarczyk sprachen sich für mehr Photovoltaik aus.

Der Vorsitzende des Tennisclubs Rot-Weiß, Hans Dieter Ernst, bat darum, die Belange der Natur zu berücksichtigen. so