30 Urlaubstage, elf Feiertage, zwölf Ausgleichstage und - im Schnitt - 26 Krankheitstage: Diese Zahlen legte Brose im Sommer für die Beschäftigten des Sitzherstellungswerks in Coburg vor. Es handelt sich um das letzte Werk für Sitzverstellungen in Deutschland; die Kosten sind höher als in den Brosewerken in Tschechien oder der Slowakei.

Vor allem die vielen Krankheitstage sind Michael Stoschek, dem Vorsitzenden der Gesellschafterversammlung von Brose, ein Dorn im Auge. In einer Betriebsversammlung am 23. Juli fordert er unmissverständlich, dass sich das ändern muss. Bis zum Jahresende sei Zeit, eine Vereinbarung zu treffen, die dazu beiträgt, die Produktionskosten zu senken. Sonst sei der Produktionsstandort in Gefahr.

Zum Jahresende sind die Töne versöhnlicher: Alle am Standort Coburg helfen zusammen, damit Ausgaben reduziert werden können, nicht nur die Beschäftigten in der Sitzherstellung. Lohnsteigerungen werden 2020 geringer ausfallen als im Branchenschnitt. Auch die Gesellschafter und die Geschäftsführung verzichten auf Rendite, gleichzeitig werden Investitionen in Höhe von 100 Millionen Euro zugesagt. Damit soll es gelingen, die Entwicklung und Produktion von Sitzsystemen in Coburg dauerhaft zu erhalten. Denn es sei durchaus ein Vorteil, dass Entwicklung und Fertigung in Coburg in einer Hand liegen, sagt auch Stoschek. sb