Weltweit geschätzt, daheim ein Renner: Im Landkreis Erlangen-Höchstadt wurden im vergangenen Jahr rund 183 000 Hektoliter Bier getrunken - der Großteil davon aus regionalen Brauereien. Das hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) errechnet. Sie geht dabei von einem Pro-Kopf-Verbrauch von 135 Litern pro Jahr aus. Auf diese Menge beziffert der Bayerische Brauerbund den Bierkonsum im Freistaat.

"Der Bierdurst führt zu steigenden Umsätzen in der Branche. Davon sollen jetzt auch die Beschäftigten etwas haben", sagt Gewerkschafterin Regina Schleser in einer Pressemitteilung. Für die Mitarbeiter in den 69 mittelfränkischen Brauereien fordert die NGG ein Lohn-Plus von 6,5 Prozent. "Die Betriebe machen gute Geschäfte", betont die Geschäftsführerin der NGG Nürnberg-Fürth. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes setzten die bayerischen Brauer im vergangenen Jahr knapp 24 Millionen Hektoliter ab - ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit stammt mehr als jedes vierte in Deutschland gebraute Bier aus Bayern. "Hinzu kommt der wachsende Markt mit alkoholfreien Sorten, die in der Bilanz nicht enthalten sind", erklärt Schleser. Laut Bayerischem Brauerbund dürfte der Gesamtbierabsatz bei 26,7 Millionen Hektolitern gelegen haben.

"Die Zahlen zeigen, dass die Geschäfte der Brauer auch jenseits von Rekordsommer und Fußball-WM gut laufen. Doch wo die Kassen klingeln, muss für die Mitarbeiter mehr drin sein. Die Beschäftigten klagen schon lange über eine steigende Arbeitsbelastung", so Schleser. Die Jobs in der Brauerei seien oft hoch technisiert und setzten immer höhere Anforderungen voraus. Das müsse sich für die Beschäftigten lohnen. "Andernfalls wird es für Braumeister zunehmend schwerer, Azubis und Fachkräfte zu gewinnen." Die Tarifverhandlungen zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern gehen am 2. Mai in München in die nächste Runde. red