Wolfgang Desombre Am 3. Advent hielten Oberbürgermeister Norbert Tessmer und die Bürger etwas Besonderes in ihren Händen. Auf dem Weihnachtsmarkt wurde das Friedenslicht weitergegeben.

Licht ist das weihnachtliche Symbol schlechthin. Mit dem Entzünden und Weitergeben des Friedenslichtes aus Bethlehem wird seit mehr als 25 Jahren an die Weihnachtsbotschaft "Friede auf Erden" und den Auftrag, den Frieden zu verwirklichen, erinnert. Um ein friedliches Miteinander zu erreichen, braucht es Toleranz, Offenheit und die Bereitschaft aufeinander zuzugehen, das Licht ist Ansporn und Mahnung zugleich.

Seit 1993 verteilen Pfadfinder das Friedenslicht in Deutschland. Die Altpfadfinder von der Gilde Weiße Eulen aus Coburg haben das Friedenslicht in Nürnberg abgeholt. Es wurde ihnen von befreundeten Altpfadfindern auf ihrer Heimfahrt nach Saarlouis an der Autobahn übergeben. Immer am 3. Adventssonntag wird es an mehreren Stellen in der Vestestadt an alle Menschen, die "guten Willens" sind, verteilt.

Die Friedenslichtaktion 2019 stehe in Deutschland unter dem Motto "Mut zum Frieden" und solle den Austausch und die Vernetzung aller Pfadfinder über das Internet und die Sozialen Netzwerke in den Mittelpunkt stellen, sagte Coburgs Oberbürgermeister Norbert Tessmer. Denn das Netz verbinde die Menschen guten Willens und könne dazu beitragen, die Idee von einem Europa in Frieden verbreiten. Im Angesicht der bewaffneten Konflikte und Krisenherde dieser Welt sei es "unser aller Pflicht, unseren Beitrag zum Frieden zu leisten", mahnte Tessmer an.

Dies fange vor und hinter der Haustüre an. Mit Krieg, Gewaltherrschaft und Vertreibung könne man kein Problem der Welt lösen, sagte der OB in "Coburgs guter Stube", auf einem der schönsten Weihnachtsmärkte der Welt.

Deshalb müsse das Bestreben aller Menschen die Einhaltung oder Schaffung des Friedens sein. Frieden bedeute menschliche Sicherheit: ein menschenwürdiges Leben für alle, ohne Hunger und Not und mit Toleranz gegenüber dem anderen. Frieden, so Tessmer, sei ein Prozess, der bei jedem im Kopf beginne und immer wieder neu gestartet werden müsse. Es erfordere "Mut zum Frieden".

Bevor der Oberbürgermeister das Licht für die Stadt Coburg entgegennahm, zitierte er einen Vers des Gedichts "Not und Elend in der Welt" von Franz Jarek: "Mensch, schau hin: die Welt gerät völlig außer Rand und Band! Drum nutze endlich den Verstand! Und zwar rasch; die Zeit vergeht! Sonst bleibt nur ein Schlussgebet. - So weit sollten wir es nicht kommen lassen", so Tessmer.

"Wie schön das wäre, endlich Friede! Alle Völker gemeinsam auf dem Weg, ohne Machtinteressen und Gewinnstreben. Kein Volk besser als das andere. Keines, das sich auf Kosten anderer bereichert. Keines, das sich als Richter erhebt." Diese Gedanken verkündete Heike Müller bei der Weitergabe des Friedenslichtes auf dem Coburger Weihnachtsmarkt. Weiter bat sie um Folgendes: "Keine Rache, keine Strafe, keine Vergeltung. Kein Üben mehr für den Krieg." Und sie sagte: "Wie schön das doch wäre, wenn alle Menschen gemeinsam auf einem Weg gingen. Kein Mensch besser als der andere."