Matthias Einwag Ein Verein im strengen Sinn sind sie nicht. Die Nothelfer verstehen sich vielmehr als loser Zusammenschluss von ambitionierten Musikern. Doch zum Proben finden sie sich zuverlässig und regelmäßig im Alten Schulhaus in Loffeld zusammen. Michael Diller, ihr Impresario und Dirigent, leitet diese Proben. Die Freude am Musizieren ist allen Nothelfern ganz wichtig.

Es gibt kaum ein weltliches oder kirchliches Ereignis, das die Nothelfer in den vergangenen Jahren nicht durch ihre Musik veredelten. Die Nothelferkapelle ist nach und nach auf mehr als zehn Bläser gewachsen. Sie bilden ein beliebtes Ensemble in Bad Staffelstein und Umgebung, vor allem auch, weil die Nothelfer völlig ohne Verstärker spielen. Zudem ist die Nothelferkapelle die kirchliche Blasmusik der katholischen Pfarrei Sankt Kilian in Bad Staffelstein.

Die Musiker sind unter anderem präsent bei Einweihungsfeiern, Geburtstagen, Jubiläen, Trauerfeiern, Maiandachten, Festgottesdiensten, Prozessionen, Wallfahrten nach Vierzehnheiligen, dem Kirchweihfrühschoppen und bei politischen Aschermittwochsveranstaltungen.

Die Nothelferkapelle besteht seit 1983. Im Lauf der Jahre kamen weitere Musiker dazu, das Repertoire wuchs, und immer öfter war fortan die Bläsergruppe gefragt. Meist sprangen die Musiker spontan bei Engpässen ein, haben also in der Not ausgeholfen. So entstand im Staffelsteiner Land die Auffassung: "Das sind die Nothelfer" - daher die Namensgebung.

Zunächst namenlos aufgetreten

In den ersten Jahren traten die Musiker noch namenlos auf. Irgendwann, als sie wieder einmal spontan einsprangen, weil eine andere Kapelle ausgefallen war, kam es zur Namensgebung. Der Stublanger Altbürgermeister Hans Hümmer war es wohl, der das einspringende Ensemble erstmals "Nothelfermusikanten" nannte.

Ob die Nothelfer heuer - wie sonst alljährlich - den Weihnachtsabend auf dem Staffelberg musikalisch begleiten dürfen, das weiß der Himmel allein. Auch diese schöne Tradition ist von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie abhängig.

In den Vorjahren war der Weihnachtsgottesdienst in der Adelgundiskapelle stets fest im Terminkalender der Musiker vermerkt. Adolf Geuß, der heuer im Alter von 85 Jahren gestorben ist, hatte das Musizieren an Weihnachten auf dem Staffelberg ums Jahr 2000 herum in itiiert. Er hat es einmal so ausgedrückt: "Wir haben schon jedes Wetter gehabt bei der Mette - wir hatten Regen, Schnee und Glatteis."

Musikalischer Leiter der Nothelfer ist Michael Diller (81). Er hat die Arrangements für die zahllosen Stücke geschrieben, die von den Musikern gespielt werden.

Rettung für so manches Fest

Treffend charakterisiert wird die Formation durch den folgenden Vierzeiler aus einer Komposition von Michael Diller: "Wir sind die Bläser - Nothelfer die sind wir - gibt's keine Musik - ja dann kommen wir - immer wenn's eng wird - füllen wir die Lück' - daher auch der Name - Nothelfermusik." Bei den Nothelfern wirk(t)en über die Jahre hinweg mit: Adolf Geuß (+, Trompete und Partieführung), Hans-Rudolf Stich (Trompete), Franz Riedl (Flügelhorn), Josef Böh (Trompete), Willy Dierauf (Trompete), Hartwig Hümmer (Tenorhorn), Klaus-Jürgen Scherr (Tenorhorn), Franz Hatzold (Tenorhorn), Gerhard Müller (Tenorhorn), Michael Diller (musikalischer Leiter), Richard Lurz (Posaune), Jakob Aigner (Tuba), Martin Hümmer (Trompete), Theresia Scherr (Trompete) und Hans Meixner (Bass).