Zum Bericht "Ist das Händewaschen zu teuer?" vom 22. Oktober: Mit großem Erstaunen konnte ich lesen, dass der Gemeinderat Hallerndorf entschied, aus Kostengründen keine Waschbecken in den Klassenzimmern zu installieren. Wenn man sich zu wenig mit den täglichen Abläufen in einem Grundschulklassenzimmer befasst, ist es vielleicht noch nachvollziehbar. Mit jahrzehntelanger Erfahrung jedoch sieht man das anders.

Ein Waschbecken im Klassenzimmer ist unabdingbar, gerade jetzt in dieser Corona-Zeit, in der die Hygiene äußerst wichtig ist. Nur hier kann sie gelehrt und auch überprüft werden. Aber auch unabhängig von der hoffentlich vorübergehenden Problemzeit ist Wasser im Klassenzimmer dringend notwendig. Kinder verletzten sich und bluten, kommen nach der Pause schmutzig zurück ins Klassenzimmer, müssen gewaschen oder nach Prellungen gekühlt werden.

Im Unterricht wird auch im Klassenzimmer immer wieder einmal gekocht, Gemüse, Obst zubereitet und gewaschen. Im Heimat- und Sachkundeunterricht werden Versuche durchgeführt, die Schmutz verursachen. Mit Wasserfarbe, Pappmaché, Kleber arbeiten die Kinder, haben verschmutzte und verklebte Hände. Für ein gesundes Raumklima stehen Blumentöpfe im Zimmer.

Wasser ist im Lehrplan ein wichtiges Thema. Auch sollen die Kinder erzogen werden, ihr Klassenzimmer eigenständig zu gestalten und eventuell zu putzen, auch wenn dafür Reinigungskräfte zur Verfügung stehen, jedoch nicht jeden Tag. Wie soll denn das Wasserholen mit Grundschulkindern funktionieren? Wasserlachen auf den Gängen bleiben nicht aus. Das bringt wieder Verletzungsgefahr durch Ausrutschen auf den glatten Böden mit sich. Man könnte die Liste für die Notwendigkeit eines Waschbeckens noch merklich erweitern.

Wenn die Gemeinderäte nur eine Woche lang den Schulalltag beobachten würden, würden sie ihre Meinung schnell ändern. 80 000 Euro für die Installation als Ablehnungsgrund im Vergleich der voraussichtlich 14 Millionen Gesamtausgaben ist für mich nicht nachvollziehbar. Mir ist klar, dass eine Gemeinde bei sinkenden Einnahmen und steigenden Ausgaben sparen muss, aber bitte nicht bei den Kindern. Ich kann nur hoffen, dass dieser Beschluss zum Wohle unserer Kinder und Lehrkräfte revidiert wird. Anton Willner, Hallerndorf