Im Weisendorfer Gemeinderat geht es am Montagabend unter anderem um den Bebauungsplan mit integriertem Grünordnungsplan "Erweiterung der Biogasanlage Gemarkung Kairlindach". Die Biogasanlage, die im Jahr 2010 in Betrieb ging, hatte schon im Jahr 2014 für Diskussionen gesorgt, als es um eine Erweiterung der Lagerkapazität ging.

Um die Gülle-Transporte zu minimieren, plante Betreiber Jürgen Schenk schließlich den Bau von Rindermastställen. Vorgesehen war eine Anlage, die 480 Rinder auf einer Fläche von rund 1500 Quadratmetern unterbringen sollte. Insgesamt waren zwei Hallen mit je 2300 Quadratmetern geplant. Dazu sollte der Flächennutzungsplan geändert und eine Teilfläche als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen werden. Im Gemeinderat wurde der Weg für die 480 Rinder freigemacht. Dann regte sich allerdings Widerstand, innerhalb kurzer Zeit fanden sich viele Gegner der Mastanlage. Eine Onlinepetition brachte über 3500 Gegenstimmen und es gab ein Bürgerbegehren.

Die Bürger haben dann den geplanten Rinderställen eine klare Absage erteilt. Beim Bürgerentscheid am Europawahltag 2019 stimmten 2048 Weisendorfer gegen die Ställe. Das sind 60,5 Prozent der abgegebenen Stimmen. Für die Mastanlage votierten 1337 Bürger, also 39,5 Prozent der Wähler, die zur Urne gingen. Die Wahlbeteiligung lag bei 67 Prozent, eine hohe Quote.

Ablehnung als Zustimmung

"Das ist ein klares Ergebnis", kommentierte damals Bürgermeister Heinrich Süß (UWG), als er am Abend das Ergebnis verkündete. Damit wurde die Gemeinde verpflichtet, ihren Flächennutzungsplan nicht zu ändern. Was auf Wunsch des potenziellen Maststall-Betreibers Jürgen Schenk eine landwirtschaftliche Fläche hätte werden sollen, blieb damit ein Sondergebiet für eine Biogasanlage. Damit wäre der Weg frei, die bestehende Biogasanlage zu erweitern. Dem Gemeinderat wird bei seiner Sitzung nichts anderes übrig bleiben, als dem Bebauungsplan zuzustimmen, meint Schenk: "Es haben ja 60 Prozent der Weisendorfer Bürger dafür gestimmt, den Flächennutzungsplan auf Biogas zu belassen. Jetzt ist es dann nach demokratischen Regeln möglich, daraus die Erweiterung über einen Bebauungsplan abzuleiten."