Matthias Einwag Bereits als Student lernte Markus Ferber das Bildungszentrum Banz während eines Seminars kennen. Als er damals in Staffelstein ankam, sei es beeindruckend gewesen, auf Banz zuzufahren - auf jenen Gebäudekomplex, der auf dem Berg thront. Für die Hanns-Seidel-Stiftung, deren Vorsitzender der 55-Jährige seit Jahresanfang ist, sei Banz eine besondere Verpflichtung. Die Bausubstanz zu erhalten, erfordere großen finanziellen Aufwand - kostenintensive Sanierungen, die man auf den ersten Blick gar nicht vermute.

Die Corona-Pandemie habe alle Mitarbeiter in Banz vor unerwartete Herausforderungen gestellt, sagt Markus Ferber bei seinem Antrittsbesuch, als er sich dem Service-Team vorstellt. Im Pressegespräch geht er darauf ein, welche Aufgaben bewältigt werden mussten, um den Seminarbetrieb erst auszusetzen und jetzt wieder anlaufen zu lassen: "Wir haben gelernt, dass es leichter ist runterzufahren als wieder hochzufahren."

Nun werde der Seminarbetrieb zunächst mit geringeren Teilnehmerzahlen stattfinden. Das werde wohl eine Zeitlang so bleiben. Dass inzwischen auch wieder externe Veranstaltungen gebucht wurden, sei erfreulich.

Die Klausurtagung der CSU-Landtagsabgeordneten Mitte September in Banz werde schon jetzt ins Auge gefasst. Dieses Großereignis werde gerade vorbereitet. Dabei müsse vieles beachtet werden, was in den Vorjahren gar nicht ins Kalkül gefallen sei, denn es gelte, gesundheitliche Gefährdungen übers Social Distancing auszuschließen. Das beginne schon bei relativ banalen Dingen wie dem Abstandhalten an den Buffets.

Ob Investitionen in Banz erforderlich werden, weil bei den Tagungen wohl noch längere Zeit Abstandsregeln eingehalten werden müssen, wollen wir vom Vorsitzenden wissen. Es sei vieles auf den Weg gebracht worden in den vergangenen Jahren, antwortet er. Größere bauliche Projekte seien deshalb zunächst nicht notwendig. Um dem permanenten Wandel in der Arbeitswelt zu genügen, forciere die Stiftung weiterhin die Ausbildung junger Mitarbeiter - das gelte für die Küche und die Gastronomie, aber auch für den Bürobereich.

Politische Bildung ist heute wichtiger denn je. Es kommt darauf an, miteinander zu diskutieren, nicht darauf, sich Argumente an den Kopf zu werfen. Doch was kann die Hanns-Seidel-Stiftung dazu beitragen, eine von Respekt getragene Debattenkultur zu fördern? Inhaltlich möchte Markus Ferber im Seminarangebot einen Schwerpunkt auf das sich dramatisch ändernde gesellschaftliche Umfeld legen. Wegen der feststellbaren Verrohung der Sprache durch die andere Form der Kommunikation, die vermehrt im Internet stattfinde, sei die Stiftung gefordert, Antworten auf gesellschaftliche Fragen zu geben: "Was heißt Demokratie? Was heißt Partizipation? Was heißt Ausgleich?" Es gelte, einen Interessensausgleich zu organisieren; diesen Auftrag habe die Politik, um das Zusammenleben im Staat positiv zu gestalten.

Das Seminarprogramm der Stiftung werde ständig überprüft, um es zeitgemäß zu halten. Schwerpunkte seien und blieben die Schulungen für Kommunalpolitiker und Seminare, die den gesellschaftlichen Wandel, vor allem auf dem Sektor der Kommunikation, beleuchten.

In den zurückliegenden Wochen habe die Stiftung etliche Online-Seminare angeboten - vor allem auch im Dialog mit den Auslandsniederlassungen in aller Welt: "So etwas kann man online machen und muss nicht auf Präsenz in Banz setzen." Solche Seminare würden sicher künftig verstärkt ins Seminarprogramm einfließen.

Hinzu komme die umfassende Medienausbildung. Doch diese Inhalte seien immer schon ein Schwerpunkt der Bildungsarbeit in Banz gewesen.

Die CSU feiert am 12. September ihr 75-jähriges Bestehen. Dafür laufen die Vorbereitungen, sagt Markus Ferber, möchte aber jetzt noch nicht mehr Details verraten: "Wir werden als Hanns-Seidel-Stiftung eine Veranstaltung machen."