Wenn man Bierkönigin werden möchte, muss man nicht nur Bier mögen und dies auch nach außen kundtun, sondern man muss auch Ahnung vom Gestensaft haben. Deshalb bildeten sich die Anwärterinnen für die Wahl zur Bayerischen Bierkönigin mit Unterstützung der Kulmbacher Brauerei zwei Tage lang im Bayerischen Brauereimuseum weiter. Sie ließen sich mit einem Biermenü verwöhnen und hörten sich viel Wissenswertes rund um den Gerstensaft an. Braumeister Robert Boser zeigte dann die Praxis.
"Am ausgiebigsten vorbereitet hat sich wohl die oberfränkische Kandidatin Christina Pollnick", sagte Walter König vom Bayerischen Brauerbund. Die Oberfränkin aus Münchberg wollte schon im letzten Jahr Bierkönigin werden. Doch sie scheiterte einst in der Vorrunde. Die Jury hatte damals kritisiert, dass man ihr die Bierbegeisterung nicht so angemerkt hätte. "Sie hat sich das sehr zu Herzen genommen, hat dann ein ganzes Jahr lang Bier probiert, hat die Aromen und ihre Eindrücke in einem Ordner katalogisiert. Sie wills unbedingt werden - das hat die Jury in diesem Jahr begeistert", so König. Nur konnte Christina Pollnick eben nicht an dem zweitägigen Seminar teilnehmen. Schlechtere Chancen hat die Oberfränkin deshalb nicht.
Aber auch die anderen Kandidatinnen sind mehr als nur Schönheiten. Die zweite fränkische Kandidatin Sabine Ullrich (23) aus Bürgstadt brachte zum Seminar in Kulmbach sogar ein selbst gebrautes Bier mit. "Eine kleine Brauerei in meiner Heimat hat mir die Chance gegeben, ein Kreativbier zu machen", sagt Ullrich. "Ich mag ja gerne naturtrübe Biere, auch Kellerbiere und dunkele Biere", erzählt die Unterfränkin. Und deshalb hat sie einen süffigen Märzenbock gebraut.
Doch auch die anderen Bierbegeisterten interessierten sich für die Details. Immer wieder fragten die Bierköniginnen-Kandidatinnen nach, legten auch selbst beim Brauen mit Braumeister Robert Boser Hand an.
Die Bayerischen Bierprinzessinnen haben es aber noch lange nicht zur Königin geschafft - auch nach dem Lehrgang nicht. Denn neben all dem Wissen zählt auch Auftreten. Insgesamt gab es 116 Bewerberinnen für den Königsthron - so viele wie noch nie. Die besten 24 wurden dann zu einem Casting ins GOP Varieté Theater in München eingeladen. Und die sieben Finalistinnen können in einem Online-Voting ab dem heutigen Montag eine Stufe weiter zum Königsthron emporklettern.
Die Meinung der Onliner zählt zu einem Drittel, auch die Gäste beim Finale und die Jury haben noch ein Quäntchen mitzureden. Das Finale ist am 12. Mai in der alten Kongresshalle in München. Und dort wird sich dann herausstellen, aus welchem Regierungsbezirk die Bierkönigin 2016 stammen wird.
Die Oberfranken stellten die Bierkönigin zuletzt vor zwei Jahren. Damals machte die Kronacherin Tina-Christin Rüger das Rennen.