In der letzten Sitzung des amtierenden Gemeinderats in Poxdorf ging es wieder einmal um den Biber. Auch standen die Friedhofsanierung und um der Neubau des Kindergartens auf der Tagesordnung. Außerdem wurden die ausscheidenden Mitglieder verabschiedet.

Man hatte lange überlegen müssen, wo und wie die Ratssitzungen in Zeiten der Corona-Pandemie abgehalten werden können. Man wählte die Aula der Schule: Sie bietet genügend Platz, um die Tische im Rechteck so aufzustellen, dass der vorgeschriebene Abstand eingehalten wird. Während der öffentlichen Sitzung sind maximal 14 Zuhörer erlaubt - diesmal waren nur vier gekommen, darunter drei neu gewählte Räte.

Fortschritte vermeldet

Bürgermeister Paul Steins (CSU) zählte erfreut auf, wo es überall Fortschritte zu vermelden gab: In der neuen Aussegnungshalle wird in der nächsten Woche die Decke montiert; das alte Leichenhaus wird abgerissen und die beauftragte Firma wird mit den Pflanzungen beginnen; Ende Mai soll die vorläufige Inbetriebnahme erfolgen.

Die wegen der zusätzlichen Krippengruppe notwendigen Umbauarbeiten im alten Kindergarten sind fast abgeschlossen. Eine neue Pflegerin konnte engagiert werden. Die Boccia-Bahn ist hergerichtet und der Rasen rundherum neu angesät worden.

Löcher und Risse gestopft

Der ewige Beschwerdepunkt "Waldstraße" ist ausgeräumt: Löcher und Risse im Asphalt wurden beseitigt.

Am 24. März erhielt die Gemeinde offiziell die Genehmigung zum Fang und zur Tötung des Bibers, der den Kreuzbach zu seinem Revier gemacht hat und bis ins Dorf hinein Schäden in Gärten und Baumschulen anrichtet. Der Zugriff auf den Biber ist bis Ende August erlaubt, vorausgesetzt, es handelt sich um ein männliches Einzeltier und nicht um ein säugendes Muttertier. Das amtlich festzustellen ist die Aufgabe des Biberbeauftragten im Landkreis, der das Tier nach dem Fang in Augenschein nehmen muss. Eine vom Landkreis Forchheim entliehene Lebendfalle ist aufgestellt; zwei Jäger des Ortes sind ermächtigt, das Tier zu töten, aber bisher ist statt des Bibers nur eine Katze in die Falle getappt.

Bezüglich des Friedhofs standen zwei Beschlussvorschläge an: die Anschaffung einer Kühlzeile für das Leichenhaus (Kosten 13 800 Euro) und die Vergabe der Arbeiten zur Aufstellung von zwei zusätzlichen LED-Dorflampen an der Straße nach Kersbach (Kosten 6700 Euro). Diese werden in Zukunft die Ortseinfahrt nach Poxdorf besser ausleuchten und den Parkplatz des Friedhofs erhellen. Beide Vorschläge wurden einstimmig angenommen.

Bau des neuen Kindergartens

Architekt Norbert Siewertsen (Baiersdorf) berichtete über den Stand der Vorbereitungen für den Bau des neuen Kindergartens, der auf dem bisherigen Sportplatz der Schule entstehen soll (Kosten circa 3,72 Millionen Euro - zugesagte Förderung circa 1,8 Millionen Euro). Die ersten Ausschreibungen für fünf Gewerke sind erfolgt. Es ist geplant, Anfang Juli mit den Arbeiten zu beginnen. Ziel ist, die neue Kita bis Herbst 2021 fertigzustellen. "Aber", so Architekt Siewertsen, "dieses Ziel ist in Gefahr, da im Baugewerbe die Auftragsbücher voll sind" und es durch die Corona-Krise noch zusätzlich Lieferengpässe gebe.

Die Sitzung endete mit der Verabschiedung von sieben Gemeinderäten, die dem am 15. März gewählten neuen Rat nicht mehr angehören werden. Bürgermeister Steins dankte dem gesamten Rat für die "harmonische und vertrauensvolle" Zusammenarbeit in den vergangenen sechs Jahren. Über die Parteigrenzen hinweg habe man sich gemeinsam bemüht, für Poxdorf wichtige Projekte voranzubringen. Steins bedauerte ausdrücklich, dass dieses "gute Team", wie er sagte, nun auseinanderfalle. Er äußerte aber auch Verständnis dafür, dass manche wegen der schwierigen Balance zwischen Familie, Beruf und Ehrenamt nicht mehr kandidiert hätten.

Den ausscheidenden Räten dankte Steins ganz speziell, indem er ihr Wirken in verschiedenen Ämtern in Erinnerung rief und Fotos an die Wand projizierte. Verabschiedet wurden zunächst der Dienstälteste, Willi Schneider (seit 1984, also 36 Jahre lang im Gemeinderat; 1989 gründete er die Fraktion der FW), und Alfons Niebler (SPD; 30 Jahre Gemeinderat; Zweiter Bürgermeister von 2008 bis 2014). Beiden überreichte der Bürgermeister das schwarzgerahmte weiße Gipsrelief der Poxdorfer Kirche sowie eine Urkunde, dazu zwei Flaschen Williams- beziehungsweise Quittenschnaps aus einer Poxdorfer Brennerei.

Weiter verabschiedet wurden Johannes Werner (CSU; 18 Jahre im Rat), Norbert Backer (CSU) und Rudolf Siebenhaar (FW), (beide zwölf Jahre), Peter Stark (CSU, zehn Jahre) sowie Christian Werner (CSU, sechs Jahre). Auch sie erhielten eine Urkunde und zwei Flaschen Obstbrand.