Am Anfang war es Liebe, doch am Ende setzte es in der Beziehung Schläge und Tritte. Die brachten nun einen 39 Jahre alten Kulmbacher vor Gericht. Der Angeklagte bestritt zunächst die beiden Tatvorwürfe. Nach einem Gespräch mit seinem Verteidiger Andreas Piel räumte er ein, seine damalige Freundin im vergangenen Jahr wenige Tage vor Weihnachten vermöbelt zu haben. Der Mann wurde am Ende zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 40 Euro verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Kulmbacher zwei Fälle von vorsätzlicher und gefährlicher Körperverletzung vor. In dem schwerwiegenderen Fall war sogar von Faustschlägen gegen den Kopf und von Tritten gegen den Körper die Rede. Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe: "Das habe ich nicht gemacht!"

Er räumte ein, dass er sich mit seiner 27-jährigen Freundin des Öfteren gestritten habe. Im Sommer vergangenen Jahren habe er auch vorgehabt, sich von seiner Freundin zu trennen. Das sei aber schwierig gewesen, weil die Frau die Beziehung auf keinen Fall beenden wollte.

Am 3. Dezember 2017 habe man sich wieder einmal gestritten. "Ich wollte nur weg, weil es keinen Sinn mehr machte. Sie wollte das aber nicht akzeptieren", sagte der Angeklagte. Als er seinen Rucksack aufgesetzt habe, habe sich seine Freundin daran festgehalten und es sei im Flur zu einem Gerangel gekommen. Er habe die Frau aber keinesfalls körperlich misshandelt.

Verletzungen fotografiert

Zum zweiten Tatvorwurf machte die Ex-Freundin im Zeugenstand klare Aussagen: "Er hat total auf mich eingeschlagen. Als ich am Boden lag, hat er auch mit den Füßen auf mich eingetreten." Sie habe dabei Verletzungen an Kopf, Rücken und Beinen erlitten. Einen Arzt habe sie allerdings nicht aufgesucht, weil sie immer noch gehofft habe, die Beziehung zu retten. Sie habe allerdings mit ihrem Handy Fotos von den blauen Flecken gemacht, die der Angeklagte bei späteren Treffen gelöscht habe. Erst Wochen später erstattete sie auf Anraten ihrer Schwester Anzeige bei der Polizei.

Etwas Licht brachte ein Nachbar in das Geschehen. Er habe wegen des Lärms an der Wohnungstür geklopft, erinnerte sich der 72-Jährige. "Sie hat um Hilfe gerufen und sah fertig aus. Er wollte raus, sie wollte, dass er bleibt."

Rechtsanwalt Andreas Piel bat um ein Gespräch mit Richterin Sieglinde Tettmann und dem Vertreter der Staatsanwalt. Danach räumte der Angeklagte die Körperverletzung kurz vor Weihnachten ein.

Geständnis belohnt

In seinem Plädoyer sprach der Anklagevertreter von einem minderschweren Fall, zumal die Verletzungen nicht mehr nachweisbar seien. Nachdem der Kulmbacher strafrechtlich bislang noch nicht in Erscheinung getreten ist, plädierte er wie Verteidiger Piel auf eine Geldstrafe.

Dem folgte Richterin Sieglinde Tettmann in ihrem Urteil. "Das Gericht hat keinen Zweifel, dass es sich so zugetragen hat, aber ein Geständnis soll auch belohnt werden", sagte sie.