Wer weiß, was ein Zwischenflansch für den Ansaugbereich eines Zweitaktmotors ist? Wahrscheinlich haben nicht viele Leute eine Ahnung von diesem Thema, Luisa Fröschlein schon. Sie hat sich schließlich mit diesem Zwischenflansch beschäftigt. Die Absolventen Luisa Fröschlein und Moritz Schilling wurden für ihre hervorragenden Bachelor-Abschlussarbeiten aus dem Jahr 2019 an der Hochschule Coburg vom "Verein Deutscher Ingenieure e.V." ausgezeichnet.

Intensive Fachgespräche

Sowohl bei der Präsentation der Bachelorarbeit von Schilling als auch der von Fröschlein diskutierten die anwesenden Fachkräfte und Professoren teils intensiv über die Ergebnisse der Arbeiten. Die beiden Absolventen wurden jeweils mit einer VDI-Urkunde, einem monetären Preis und einer einjährigen kostenlosen Mitgliedschaft im VDI-Bezirksverein Bayern Nordost prämiert. Die Auszeichnung übernahmen der Vorsitzende der VDI-Gruppe Coburg, Martin Schmitt, und der stellvertretende Vorsitzende des Bezirksvereins Bayern Nordost, Olk Traschweski, VDI-Nürnberg.

Fröschlein absolvierte ihre Bachelorarbeit bei der Firma Ros Gmbh & Co. KG unter der Betreuung von Professor Winfried Perseke. Der Titel ihrer Arbeit lautete "Optimierung eines Fertigungskonzeptes hinsichtlich ökonomischer und qualitativer Gesichtspunkte". Wie der VDI mitteilte, wurde dabei dieser Zwischenflansch für den Ansaugbereich eines Zweitaktmotors gefertigt. Der Flansch besteht aus Phenoplast und musste entgratet und gesäubert werden. Dabei wurde die Frage nach dem verwendbaren Säuberungsmaterial und einer ökonomisch sinnvollen Lösung gestellt. Als sinnvoll erwies sich ein entsprechend klein zurechtgeschnittenes Trockeneis. Aufgrund der feinen Bohrlöcher und der Reste des Kunststoffes im Zwischenflansch mussten Fragen wie das geeignete Strahlverfahren, die eigene Herstellung oder der Einkauf des Säuberungsmaterials, die von Hand durchzuführenden Nacharbeiten sowie die Vermeidung von Reklamationen und damit einhergehenden Kosten bedacht, bemessen und beleuchtet werden.

Luisa Fröschlein hatte ihr Fachabitur mit Schwerpunkt Gestaltung 2012 an der Lothar-von-Faber-Schule Nürnberg abgelegt. Anschließend arbeitete sie als Maschinenbedienerin bei der Firma Bosch in Hallstadt. Von 2015 bis 2020 widmete sie sich ihrem Bachelorstudium an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg und machte Praktika bei Firmen für Unfallinstandsetzung und Oberflächentechnik. Inzwischen ist sie in den Masterstudiengang "Entwicklung und Management im Maschinen- und Automobilbau" an der Hochschule Coburg eingestiegen.

Moritz Schilling stellte seine Bachelorarbeit unter den Titel "Evaluation einer Daten-Monitoring-Anwendung an einem hydraulischen Schmiedehammer, basierend auf einem systemunabhängigen Messdatenverarbeitungssystem". Schilling absolvierte seine Bachelorarbeit bei der Firma Lasco Umformtechnik GmbH unter der Betreuung von Professor Michael Steber. Hierbei wurde ein Schmiedehammer auf seine Auswirkungen auf das Schmiedehammergerät mit Sensoren begutachtet. In diesem Beobachtungs- und Auswertungsprozess kamen sowohl der Schmiedehammer als auch die Sensoren, das Werkstück und die Lagerung des Hammers durch geeignete Federstoßdämpfer in den Fokus der Beobachtung.

Beachtlicher Werdegang

Darüber hinaus ermittelte Schilling, welche Daten sich aus der Ermittlung gewinnen ließen und wofür die Datenflut bei der Optimierung dieses Gerätes genutzt werden konnte. Dafür musste ein geeignetes systemunabhängiges Messdatenverarbeitungssystem entwickelt und begutachtet werden. Wie Schilling mitteilte, seien nicht alle Sensoren geeignet, derartige Kräfte am produzierenden Schmiedehammer aufzuzeichnen. Schilling legte 2007 den Qualifizierenden Hauptschulabschluss in Oberfranken ab. Danach ließ er sich bis 2010 zum Werkzeugmechaniker ausbilden. Dieser Tätigkeit ging er bis 2012 nach. Anschließend absolvierte er 2014 seine Fachhochschulreife in Bamberg und legte 2019 seinen Bachelor of Engineering Maschinenbau an der Hochschule Coburg ab. Seitdem ist er als Entwicklungsingenieur bei Lasco tätig.

Coburgs Dritter Bürgermeister Thomas Nowak bedankte sich seitens der Stadt Coburg, beim VDI. "Als Stadt Coburg freuen wir uns, wenn wir in den Unternehmen unserer Stadt junge Menschen in der Nachfolge haben. Mit diesen Menschen wird die Investition in die Unternehmen gesichert", betonte Nowak. Alle Unternehmen seien auf ständigen technischen Fortschritt bedacht. Kein Unternehmen könne sich Stillstand leisten. Der Dekan der Fakultät Maschinenbau und Automobiltechnik der Hochschule Coburg, Professor Stefan Gast, dankte den Firmen und begleitenden Professoren und hob die hohe Qualität der ausgewählten Bachelorarbeiten hervor. em