"This is Helmut, a fabulous photographer from germany." Die Vorstellung gleicht einem Ritterschlag. Die Hauptakteure: Robert Plant, die Rockröhre von Led Zeppelin, Dave Pegg, 16 Jahre lang Bassist bei Jethro Tull - und: Helmut Ölschlegel, im Hauptberuf bis vor kurzem Schulmeister und Seminarrektor in Bamberg, im Hobby als Rockfotograf aus Leidenschaft weiter aktiv und unterwegs. Die beiden Protagonisten der Rockszene traf Ölschlegel jüngst im August bei einem Festival in London, wo Petula Clark mit ihren 84 Jahren nochmals "Down town" anstimmte, zusammen mit Trevor Horn (Buggles, Yes), Lol Creme (10cc) und Russ Ballard auftrat. Mittendrin: Helmut Öschlegel (65).
"Da habe ich die Bilder meines Lebens gemacht", schwärmte Ölschlegel bei der Rückkehr, da er auch die Pink-Floyd-Ausstellung im Londoner Albert-Museum samt Kamera besuchen durfte. Sein Lebenswerk, über 500 großformatige Fotos von Rockstars vor und hinter der Bühne, stellt Ölschlegel im Rahmenprogramm zur zehnten Eberner Musiknacht ab Freitag in der xaver-mayr-galerie aus.


Plakate und Covers bedient

Die "Photos mit viel Phon" zeugen von Begegnungen mit Ringo Star, Peter Frampton und und und. Für manche dieser Künstler lieferte er die Bilder für Tourneeplakate, so von Bill Wyman (Rolling Stones) , Eric Burdon, John Mayall, Nazareth oder Manfred Man's Earthband oder Plattencover von Elton John, Ina Deter, die er auf einer gesamten Deutschlandtour begleitete, Purple Schulz, Reinhard Mey, Supertramp oder den Toten Hosen. Für den Deutschen Sparkassenverlag erstellte er in Auftragsarbeit Poster u.a. von den Rolling Stones, ZZ Top, Tina Turner oder Michael Jackson, die allesamt in der Ausstellung zu entdecken sind.
Mit dabei auch eine Aufnahme des Jazzposaunisten Albert Mangelsdorff, mit der Ölschlegel 2006 den ersten Preis in einem bundesweiten DGB-Wettbewerb gewann.
Auch Rockbücher hat Ölschlegel illustriert, Konzertaufnahmen an Zeitungen in ganz Deutschland geliefert. So auch an den FT, der seine Ausstellung unterstützt. All diese Werke finden sich in der Ausstellung.
"Der Bürgerverein Ebern bietet mir mit den Galerieräumen die Möglichkeit, mein Lebenswerk zu präsentieren", freut sich der Fotojournalist, der fast alle namhaften Konzertsäle in Europa kennt und auch beim legendären "Live aid"-Festival im Wembley-Stadion 1985 in vorderster Reihe zu finden war, dabei neben The Queen, David Bowie, The Who, Bob Dylan, George Harrison auch Pink Floyd nochmals in der Kern-Formation erlebte.
Mit Pink Floyd hängt es auch zusammen, dass er nun seine Bilder in Ebern ausstellt. Denn im Rahmen eines Konzertbesuches auf dem Schlossplatz in Stuttgart im Juli 2016, wo Floyd-Gitarrist David Gilmour gastierte, lernte er den Vorsitzenden des Eberner Foto-Creativ-Kreises Steffen Schanz kennen. Am Ende der gemeinsamen Heimfahrt vereinbarten beide, dass Ölschlegel doch mal mit "ein paar Bildern" zu einem Clubabend nach Ebern kommen solle. Dieser Clubabend verzögerte sich um ein Jahr, dauert nun aber über einen Monat, da die Ausstellung bei freiem Eintritt bis 12. November samstags von 11 bis 14 Uhr, sonn- und feiertags, ab 14 Uhr geöffnet hat.


Schlagzeug-Stick von Phil Collins

Zusätzliche Anreize zum Besuch bietet ein bunter Reigen an Zusatzveranstaltungen in der xaver-mayr-galerie. So ein Warm-up mit Bewirtung am Samstag, 14. Oktober, ab 14 Uhr, in dessen Rahmen auch ein Foto-Quiz stattfindet, bei dem eingeblendete Künstler erkannt werden sollen. Auch ein original Drumstick, den Phil Collins signiert hat, kann bestaunt werden.
Ein interessanter Programmpunkt erwartet die Besucher am Sonntag, 15. Oktober, wenn ab 16 Uhr die Veranstalter der Konzerte in Schloss Eyrichshof und dem Schlossplatz in Coburg von ihren Erlebnissen mit Stars und Management berichten. Moderiert von FT-Redakteur Ralf Kestel geht es dabei auch um ein Michael Jackson-Konzert, das Gaby und Wolfgang Heyder im Bayreuther Fußballstadion aufzogen, oder die Erfahrungen, die Ulf Schabacker, der einige Jahre in Ebern lebte (der Vater war bei der Bundeswehr), bei den Konzerten von Truck Stop, Nicki, Rex Gildo oder Klaus Lage in der Eberner Dreifachturnhalle machte. Gesprochen wird auch über ein Rod-Stewart-Konzert, zu dem der Künstler zunächst nicht erschien, oder eine Polizei-Eskorte für eine Teenie-Band, die auf der Autobahn hängen geblieben war, und weitere Anekdoten und Eskapaden.