Martina Benzel-Weyh führt die Wählervereinigung "Coburger Liste" (CL) als Oberbürgermeister-Kandidatin bei der Kommunalwahl am 15. März nächsten Jahres an. Am Montagabend erhielt die parteilose Stadträtin 20 Stimmen bei der Nominierungsversammlung der CL. Auf einem Wahlzettel hatte sich ein Wahlberechtigter der Stimme enthalten. Weiter stellte die Wählergruppe ihre Kandidatenliste für die Stadtratswahl zusammen. Für die 40 Sitze bewerben sich 30 Männer und Frauen. Damit bei einer Listenabstimmung keine Wählerstimmen verloren gehen, wurden die ersten elf Plätze jeweils doppelt besetzt.

Die gebürtige Bayreutherin Martina Benzel-Weyh lebt seit 20 Jahren in Coburg und unterrichtet an der Heiligkreuzschule. Seit 2008 war Martina Benzel-Weyh, ebenso wie ihr Mann Wolf-Rüdiger Benzel, bei den Grünen aktiv und war für die Partei bei der Wahl 2014 auch als OB-Kandidatin angetreten. Nach unüberbrückbaren Meinungsverschiedenheiten waren die Eheleute aus der Partei Anfang des Jahres ausgetreten. "Aber die Lust ist weiterhin da, in Coburg mitgestalten und mitreden zu wollen", sagte Martina Benzel-Weyh in ihrer Rede. "Es geht immer um die ganze Stadt, und Transparenz ist ein wichtiger Punkt in unserer Arbeit."

Die Stadt sei finanziell gut ausgestattet, jedoch gelte es, die Qualität bei Bildung und Kinderbetreuung zu sichern. "Wir dürfen nicht nur das Globe bauen und den Bahnhof verschönern, wir müssen uns auch um unsere Schulgebäude kümmern", so die Lehrerin. Weiter gelte es, die kleinen Schulen in den Stadtteilen zu erhalten. Das Landestheater sei zügig zu sanieren, Sportanlagen frei zugänglich zu machen und die Therme Natur in Bad Rodach dauerhaft zu unterstützen.

Gegen rechte und rechtsextreme Politik forderte sie, "eine klare Kante" zu zeigen. Und: "Der Fackelumzug beim Coburger Convent muss nicht mehr sein, der gehört verboten."

Weitere Anliegen von Martina Benzel-Weyh bei ihrem Streifzug durch nahezu alle Felder der Kommunalpolitik waren die Sicherung des sozialen Friedens in der Stadt und die Forderung nach einem Runden Tisch, um Fachkräfte zu gewinnen. Der Regiomed-Klinikverbund muss nach ihren Worten in kommunaler Hand bleiben, allerdings mit einer neuen Satzung und einem Aufsichtsrat aus kompetenten Leuten, so ihr Fazit aus der finanziellen Schieflage des Konzerns. "Das Personal in den Kliniken braucht Unterstützung, damit die Leute wieder gern zur Arbeit gehen."

Große Bäume auf Marktplatz?

Den Klimaschutz will Martina Benzel-Weyh zur "Chefsache" machen. Dabei seien auch kleine Schritte wichtig, etwa angesichts der immer heißeren Sommer über "richtige große Bäume" auf dem Marktplatz nachzudenken. Die Städtischen Werke seien aufgefordert, ausschließlich Ökostrom anzubieten, der Busfahrplan sei enger zu takten und das Radwegenetz auszubauen.

Die CL-Stadtratsliste fand einhellige Zustimmung. Damit diese - und auch die OB-Kandidatin - aber überhaupt zur Wahl zugelassen werden können, benötigt die CL 215 Unterstützer-Unterschriften. Die entsprechenden Listen liegen von Donnerstag, 19. Dezember, bis 3. Februar im Rathaus (Bürgerbüro oder Einwohnermeldeamt) aus.