Um den defekten Gas-Heizkessel in der Presssecker Schule ging es in der Marktgemeinderatssitzung am Dienstagabend. Da auch der zweite Kessel nicht mehr seine volle Leistung bringt, besteht Handlungsbedarf. "Jetzt gilt es, möglichst schnell etwas zu tun", betonte Bürgermeister Siegfried Beyer (CSU).
Geschäftsführer Dieter Sternecker von der Firma Enes aus Bindlach empfahl dem Gremium den Einbau eines Blockheizkraftwerkes, wie es beispielsweise 2013 in der Grafengehaiger Frankenwaldhalle in Betrieb genommen wurde. Mit Erdgas befeuert, sorge eine solche Anlage für die Wärmegrundlast und erzeuge mit einem hohen Wirkungsgrad gleichzeitig Strom, der ins öffentliche Netz eingespeist und vergütet werde.
Die Kosten bezifferte der Geschäftsführer auf 150 000 bis 160 000 Euro. Damit werde die Anlage innerhalb von zehn Jahren eine schwarze Null einfahren. Das sei durch das neue Bundes-Kraft-Wärme-Kopplungssetz garantiert. Als Referenzobjekte nannte Sternecker Anlagen in Münchberg, Bad Steben, Bischofsgrün, Teuschnitz und Zeil am Main. Er betonte: "Dezentrale Kraftwerke werden gebraucht!" Es sei für den Markt Presseck die beste und ökologisch sowie wirtschaftlich momentan sinnvollste Lösung.
Für den fachgerechten Einbau und Betrieb würde die in Presseck ansässige Firma Höllering sorgen. Sternecker sagte, dass es keinen Sinn mache, zwei neue Heizkessel einzubauen.
"Der Einbau eines Blockheizkraftwerks erhöht unsere Chance, auch die Immobilie neben der Grundschule zukünftig sinnvoll zu nutzen", sagte Gerhard Leinfelder (SPD). "Wenn sich das in zehn Jahren rechnet, ist die Investition sinnvoll", schlug Raimund Graß (CSU) in die gleiche Kerbe.
Bürgermeister Siegfried Beyer machte klar, dass es auch für die Aufsichtsbehörde, das Landratsamt Kulmbach, wichtig sei, dass sich das Projekt trägt. Zudem begleite es die Energieagentur mit. Der Marktgemeinderat will seine Entscheidung im Januar treffen. Ludwig Freiherr von Lerchenfeld (CSU) fragte noch nach, ob es langfristig möglich sei, das Blockheizkraftwerk auf regenerative Energien wie Hackschnitzel umzubauen, was Dieter Sternecker bejahte.
Keine Einwände hatte das Gremium gegen den Bauantrag von Florin Wirth aus Helmbrechts, der in der Gemarkung Schlackenreuth zur Bewirtschaftung seiner Waldflächen eine Hütte errichten möchte.