Das zunächst auf Eis gelegte Baugebiet "Am Wald II" am Ortsende von Neudrossenfeld Richtung Pechgraben soll nun doch verwirklicht werden. Die Entscheidung dafür fiel in der Gemeinderatssitzung am Montag mit 14 zu drei Stimmen deutlich aus. Nur Björn Sommerer und Harald Kull (beide FuG) sowie Jochen Bergmann (FW) konnten den Billigungs- und Auslegungsbeschluss aufgrund einer Planänderung nicht mittragen.

Bürgermeister Harald Hübner (CSU) erläuterte, dass im Rahmen einer Umplanung ein Grundstück aus der Bauleitplanung herausgenommen werde und als landwirtschaftliche Nutzfläche erhalten bleibe.

Die Kosten für die Erschließung belaufen sich laut Hübner auf 3,31 Millionen Euro, bei insgesamt 27 Bauplätzen würde das einen Quadratmeterpreis von 159 Euro ergeben - ein Euro mehr als bei der ursprünglichen Planung. Die Verwaltung wurde beauftragt, bis zur April-Sitzung bei den Interessenten nachzufragen, ob sie unter den neuen Gegebenheiten weiter bauwillig seien. Der überarbeitete Bebauungsplan "Am Wald II" wird erneut öffentlich ausgelegt.

Björn Sommerer übte vor allem daran Kritik, dass man sich seit einem Dreivierteljahr auf der Stelle drehe und für die Bauwerber wertvolle Zeit verstrichen sei. Franz Klatt (SPD) räumte ein, dass der Gemeinde Verhandlungsspielraum genommen wurde, weil die beteiligten Grundstückseigentümer juristisch gegeneinander vorgegangen seien und der Bürgermeister erst mit der Umplanung die Möglichkeit erhielt, wieder in die Grundstücksverhandlungen einzusteigen.

Es wird gebaut

Für den Neubau eines Domhauses und einer Holzjurte im Ortsteil Fohlenhof erteilte das Gremium das gemeindliche Einvernehmen. "Grünes Licht" gab es auch für die Bauvoranfrage zur Errichtung von drei Singlehäusern am Mosinger Weg in Altdrossenfeld.

Entsprochen wurde der Bitte des Pfarramts Hutschdorf, einen Zuschuss von 3500 Euro zur Sanierung der Kirchenorgel zu gewähren.

Problemlos gestaltete sich die Abwägung der eingegangenen Stellungnahmen zum Bebauungsplan "An der Kulmbacher Straße", so dass der Satzungsbeschluss einstimmig erfolgen konnte.

Auf Zustimmung stieß die Bestellung von Markus Schirmer zum Notkommandanten der Feuerwehr Neudrossenfeld und von Jan Löhr zu dessen Vertreter.

Der Betreuungsbedarf der Kindertageseinrichtungen in der Gemeinde Neudrossenfeld nimmt weiterhin zu. Für das Betreuungsjahr 2022/23 und darüber hinaus stellte das Gremium einen Bedarf von 74 Krippenplätzen für unter Dreijährige und für 100 Kindergartenplätze fest. Wie Bürgermeister Harald Hübner weiter aufzeigte, ist es erforderlich, 48 Krippenplätze als Interimslösung zu schaffen. "Die Interimskrippen ,Haselbusch' und ,Kunterbunt' können aufgrund brandschutzrechtlicher Auflagen im Baugenehmigungsbescheid nur bis zum 31. Dezember 2022 an den jetzigen Standorten verbleiben." Und eine weitere Zweigstelle könne durch den mit der Betreuung beauftragten Träger nicht wirtschaftlich betrieben werden.

Personalaufwand zu hoch

Es wäre ein zu hoher Personalaufwand nötig, ohnehin seien qualifizierte Kräfte nur schwer zu finden. Georg Waldmann (FuG) bedauerte, dass die Pläne für einen Neubau einer Kindertagesstätte seit mehr als zwei Jahren stocken. Er übte heftige Kritik, dass jetzt für eine Interimslösung rund eine halbe Million Euro ausgeben werden müssen.

Björn Sommerer verwies darauf, dass er vor sieben bis acht Jahren im Gremium ausgelacht worden sei, als er vorgeschlagen habe, gemeinsam eine zukunftsfähige Lösung zu erarbeiten. Gegen die Stimme von Dieter Bauernfeind (CSU) kam der Gemeinderat schließlich zum Ergebnis, eine Interims-Containerkrippe für vier Gruppen auf dem Bolzplatz an der Schule zu errichten.

Eine längere Diskussion löste der Antrag des SPD-Fraktion zur Klimaneutralität der Gemeinde Neudrossenfeld aus. Michaela Schirmer meinte, es gehe in erster Linie um eine Bewusstseinsänderung jedes einzelnen Bürgers"Das ist mir eine Herzensangelegenheit!" Franz Klatt brachte die Einstellung eines Klimareferenten in die Diskussion, der auch interkommunal tätig sein könnte: "Wir brauchen jemanden, der uns weiterhilft."

Klimarat abgelehnt

Im Gremium sah man fraktionsübergreifend dafür keine Möglichkeit. Jochen Bergmann (FW) meinte, dass das Thema Klimaschutz im Entwicklungsausschuss eine Plattform habe, dafür müsse keine zusätzliche Institution wie etwa ein Klimarat ins Leben gerufen werden. Gegen die drei Stimmen der SPD-Fraktion wurde der Antrag abgelehnt.

Zur Anfrage von Rainer Strobel (FW), ob in diesem Jahr ein Straßenfest geplant ist, gab der Bürgermeister zu verstehen, dass man zwar bereits mit einer Musikkapelle im Gespräch sei, wegen der hohen Inzidenzzahlen aber noch abwarten müsse.