Mit dem neuen Entwurf eines Insektenschutzgesetzes möchte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) dem Schwund in der Biomasse der Insekten entgegenwirken. Landwirte laufen dagegen Sturm und nennen eine Reihe von Problemen, die sie im Falle einer unveränderten Umsetzung des Entwurfs auf ihre Betriebe zukommen sehen.

So fürchten Vertreter des Bayerischen Bauernverbandes, dass auch dem Landschafts- und Naturschutz in vielen Bereichen die wirtschaftliche Grundlage entzogen wird, sollte der Gesetzentwurf unverändert verabschiedet werden. "Umweltministerin Schulze redet viel von Dialog und Kooperation, der Gesetzentwurf jedoch ist das glatte Gegenteil: Er ist unausgegoren und einzig und allein auf die Landwirtschaft ausgerichtet", kritisiert Martin Flohrschütz, Kreisobmann des BBV in Coburg. Er fordert dagegen einen gesamtheitlichen Ansatz, in den auch Industrie, Verkehr, Kommunen, Kirchen und Bürger eingebunden werden sollten.

Was ist mit Giftpflanzen?

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass es Verbote für Pflanzenschutzmittel auf viel mehr Flächen gibt als bisher. Flohrschütz erinnert aber daran, dass auch Schutzgebiete, artenreiches Grünland oder Streuobstflächen von Landwirten gepflegt und erhalten werden müssen. Das setze voraus, dass dort beispielsweise Giftpflanzen wie Jakobskreuzkraut bekämpft werden können. Andernfalls könne eine entsprechende Fläche nicht mehr genutzt werden - und würde demnach auch nicht mehr gepflegt.

Viel Schutz in der Nutzung

Außerdem verweist er darauf, dass Landwirte, vor allem in Bayern, sich schon jetzt freiwillig stark in Vertragsnaturschutzprogrammen engagieren. Dadurch würden landesweit rund 120 000 Hektar wertvoller Landwirtschaftsflächen erhalten. Seit 2015 sei diese Beteiligung gemessen an der Flächengröße schon um 25 Prozent gewachsen. Gerade auch im Coburger Land ist die Beteiligung hoch und die Zahl der Flächen, die etwa dem Kulturlandschaftsprogramm (Kulap) unterliegen, sehr hoch. So werden etwa knapp 2700 Hektar von Landwirten bewirtschaftet, die ihren Gesamtbetrieb ökologisch führen. Fast 12 000 Hektar unterliegen der emissionsarmen Wirtschaftsdüngerausbringung, mehr als 200 Hektar sind entlang von Gewässern von Acker- in Grünland umgewandelt worden und weit mehr als 300 Hektar Grünland werden entlang von Gewässern extensiv genutzt. Etwa 150 Hektar unterliegen Programmen für Erosionsschutzstreifen. Etwa 70 Hektar sind als Blühflächen gestaltet. Über 4000 Hektar werden in vielfältiger Fruchtfolge mit Eiweißpflanzen oder großkörnigen Leguminosen bewirtschaftet und einiges mehr. red