Karl-Heinz Hofmann

Der Bau-, Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsausschuss der Stadt Kronach hatte in der Sitzung am Donnerstag eine umfangreiche Tagesordnung zu meistern und tat dies mit überwiegend einstimmigen Beschlüssen. Das Gremium ließ sich von einer Wiedervorlage zur Neuerrichtung eines Stahlbetonantennenträgers (Gesamthöhe 39,95 Meter) nicht beeindrucken. Der Mast soll in der Blumau auf einem Privatgrundstück errichtet werden.

Bereits in der Sitzung am 28. Mai hatte das Gremium zu diesem Antrag mit 8:1 Stimmen seine ablehnende Haltung bekundet. Dann hatte das Landratsamt per Schreiben vom 12. Oktober der Stadt Kronach mitgeteilt, dass nach seiner Auffassung die Ablehnung des Antrags durch die Stadt Kronach rechtswidrig erfolgt sei. Zur Begründung heißt es unter anderem, das Vorhaben sei nach Paragraf 34 Baugesetzbuch bauplanungsrechtlich zulässig. Die Umgebung sei als gewerblich geprägtes Gebiet einzustufen. Der geplante Mast trete in ein "gewisses harmonisches Verhältnis" mit der vorhandenen Bebauung, eine Einheitlichkeit sei nicht erforderlich. Und es handele sich um ein Bauwerk, mit dem andere bauliche Anlagen kaum verglichen werden könnten. Ebenso sei es mit immissionsschutzrechtlichen und naturschutzrechtlichen Belangen vereinbar. Durch die Höhe werde aus naturschutzrechtlichen Gründen zwar in das Landschaftsbild eingegriffen, da sich der Standort aber am Rande des Haßlachtales befinde und die nähere Umgebung auch bereits durch Industrie-Anlagen visuell vorbelastet sei, bestehe kein Ablehnungsgrund. Es sei deshalb eine Ersatzgeldzahlung zu leisten. Das Landratsamt beabsichtigt, das fehlende Einvernehmen zu ersetzen. Die Stadt Kronach solle erneut über das Einvernehmen unter Beachtung der angeführten Rechtsauffassung entscheiden.

Stadtplaner Daniel Gerber schlug dem Gremium vor, die Auffassung des Landratsamtes, wonach der beantragte 39,95 Meter hohe Antennenträger mit dem Aufbau zweier Gitterrostpodeste (Höhe sechs Meter) für Funkantennen als "nicht wesentlich störende gewerbliche Hauptnutzung" im betreffenden Bereich der Blumau zulässig sein soll, nicht zu teilen. Trotz der durchaus gegebenen gewerblichen Prägung des Gebietes trete der Mast nach Auffassung der Stadt Kronach keineswegs in ein "harmonisches Verhältnis" mit der vorhandenen Bebauung, deren Bauhöhen die Höhe des Mastes deutlich unterschreiten (Gebäudehöhen circa zehn Meter, Siloanlage 14,70 Meter). Die konstatierte "Vorbelastung" des Standortes durch die Industrie-Anlagen würde durch die Realisierung des Mastes um ein Vielfaches vergrößert. Die von jeglichem Gestaltungswillen befreite, unsensible Betonbauweise und seine weit über den Standort Blumau hinausreichende negative Auswirkung auf das Haßlachtal im Vorfeld der Festung Rosenberg würden nach wie vor als das Orts- und Landschaftsbild verunstaltend eingestuft.

Dieser Meinung schloss sich das Gremium erneut an und erteilte das gemeindliche Einvernehmen mit 8:1 Stimmen nicht. Die Gegenstimme und das Befürworten der Anlage kam von Tino Vetter (FW). Er vertrat die Ansicht, alle forderten den Ausbau von Mobilfunk und Breitband, und daher könne man sich nicht einfach zurückziehen.

Martina Zwosta (FL/Grünen) forderte eine Prüfung bezüglich Gefahren für die Gesundheit und dazu Belege durch Studien. Der Mast passe nicht in das Landschaftsbild und es liege kein Nachweis der Unbedenklichkeit in Sachen Gesundheitsbeeinträchtigung vor. Außerdem müsse man für Windräder Abstände zu Wohngebieten einhalten, warum nicht für Mobilfunkmasten?

Klaus Simon (SPD) sah in 5 G erhebliche Gesundheitsgefahren und negative Auswirkungen des Mastes auf die Bevölkerung in der Blumau.

Bürgermeisterin Angela Hofmann freute sich über eine große Zahl von Bauanträgen für Einfamilienhäuser und Wohnungen in verschiedenen Stadtteilen. Am Kreuzberg werden Reihenhäuser entstehen. Ein Ferienhaus soll anstelle eines Wohnhauses in Entmannsdorf errichtet werden. Einstimmig wurde für den Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage in Friesen und in Dörfles sowie für den Neubau eines Einfamilienhauses in Gundelsdorf das gemeindliche Einvernehmen erteilt.