Zwei Bauarbeiter, die gleiche Arbeit - und trotzdem zwei unterschiedliche Löhne: Gut zehn Euro könnten die Löhne pro Stunde auf den Baustellen im Landkreis Haßberge bald auseinandergehen. Denn Bauarbeiter, die keinen Tariflohn bekommen, müssen jetzt sogar um ihren Branchen-Mindestlohn bangen. Das teilte die Industriegewerkschaft (IG) Bau Mainfranken mit. Betroffen davon könnte ein Großteil der rund 670 Bauarbeiter im Kreis Haßberge sein.

"Bauhandwerk und Bauindustrie müssen jetzt das tun, was die IG Bau schon gemacht hat: Die Arbeitgeber müssen nämlich einem Schlichterspruch und damit neuen Bau- Mindestlöhnen zustimmen. Passiert das nicht, droht dem Bau im Landkreis Haßberge schlimmstenfalls der gesetzliche Mindestlohn von 9,35 Euro pro Stunde als unterste Verdienstgrenze. Jetzt hängt alles am seidenen Faden der Arbeitgeber", sagt IG-Bau-Bezirksvorsitzender Michael Groha. Der Schlichterspruch sieht vor, dass die Branchen-Mindestlöhne auf dem Bau ab April steigen, und zwar auf 12,55 Euro für Hilfsarbeiten (Mindestlohn 1) und auf 15,40 Euro für Facharbeiten (Mindestlohn 2). red