In der zweiten Sitzung des Jugendhilfeausschusses unter Leitung des stellvertretenden Landrats Bruno Kellner (FW) wurde der Jahresbericht 2020 des Fachbereichs Jugend und Familie vorgestellt. Fachbereichsleiter Rudolf Leithner erläuterte die Eckdaten und die unter anderem notwendigen Personalverstärkungen.

Ausführlich informierte er den Ausschuss über den geplanten Haushalt des Fachbereichs für 2021. Einen solchen Haushalt aufzustellen, so Leithner, sei immer geprägt von Erfahrungswerten und einen "Blick in die Glaskugel". So seien zum Beispiel die Aufwendungen für die stationäre Jugendhilfe äußerst schwer zu schätzen. Die Nettoausgaben für 2021 erhöhen sich gegenüber dem Haushaltsansatz von 2020 um 1,1 Millionen Euro oder 8,98 Prozent. Dies basiert einerseits auf der zu erwartenden Teuerungsrate und andererseits den tarif­lichen Steigerungen für 2021.

Die Erhöhung des Budgets verursacht auch durch die Anpassung des Entgelts für Kinder in der Tagespflege (§ 23 SGB VIII) starke Fallzahlen im Bereich der sozialpädagogischen Familienhilfe (§ 31 SGB VIII), die Steigerung des Pflegegeldes (§ 33 SGB VIII) und den vermehrten Anspruch von Kindern und Jugendlichen auf zusätzliche Leistungen, gestiegene Tagessätze in der Heimerziehung und sonstigen betreuten Wohnformen (§ 34 SGB VIII) und die gestiegenen Fallzahlen von Inobhutnahmen von Kindern und Jugendlichen (§§ 42,43 SGB). Dazu kommen neue Ausgaben von rund 80 000 Euro für die geplante Stütz- und Förderklasse in der Don-Bosco-Schule Stappenbach.

Haushaltssatz erhöht

Ferner wurde der Haushaltssatz für die Verwaltung des Jugendamts um 279 500 Euro erhöht. 240 000 Euro sind für die Einstellung neuer Mitarbeiter im Allgemeinen Sozialdienst und die voraussichtlichen tariflichen Steigerungen notwendig. Daneben müssen gesteigerte Kosten für die EDV-Anwendungen berücksichtigt werden. Letztendlich wurde der Haushalt des Fachbereichs Jugend und Familie mit Gesamteinnahmen von 3 121 100 Euro und Gesamtausgaben von 17 164 965 Euro einstimmig gebilligt und zur Beschlussfassung im Kreistag empfohlen.

Seit 2011 wird das Projekt "Hauswirtschaftsservice" des Sozialdienstes Katholischer Frauen e.V. jährlich vom Landkreis finanziell unterstützt. Die Maßnahme finanziert sich über Mittel des Jobcenters von Stadt und Landkreis Bamberg, über Einnahmen des Projekts, über Eigenmittel des Trägers und durch Zuschüsse von Stadt und Landkreis Bamberg. Das Projekt umfasst insgesamt 15 Plätze. Zielgruppe der Maßnahme sind arbeitslose Jugendliche im Alter von 16 bis 25 Jahren ohne oder mit abgebrochener beruflicher Erstausbildung, die den Anschluss ans Berufsleben verloren haben oder davon bedroht sind. Das Beschäftigungsangebot liegt in der Hauptsache in der Bewirtschaftung einer Großküche mit angegliedertem Essens-Lieferservice. Außerdem gibt es Beschäftigungsangebote in der Reinigung der Projekträumen und in der Wäschepflege.

Gemeinsam Lösungen finden

Mario Davids berichtete, dass die Problemlagen der jungen Erwachsenen und deren Intensität deutlich zugenommen habe. So gehe es primär nicht mehr um die Vermittlung in einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz, sondern vielmehr um den Aufbau eines Vertrauensverhältnisses als Grundlage, um Probleme überhaupt aufzudecken und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Erst mit einer gewissen Stabilität könnten berufsspezifische Inhalte erarbeitet werden. Neben psychosozialen Problemen , eingeschränkter Arbeitsfähigkeit und gesundheitlichen Problemen kämen auch oft Konflikte im Elternhaus dazu.

Der Träger beantragte eine Weiterförderung des Projekts. Vonseiten der Stadt Bamberg wurde die Maßnahme im Jahr 2020 mit 4750 Euro gefördert. Zu der regulären Förderung von alljährlich 2000 Euro wurde aufgrund der Corona-Pandemie ein zusätzlicher Zuschuss von 275 Euro pro Teilnehmer gewährt. Um im Gleichklang mit der Stadt zu bleiben, wurde für die fünf Teilnehmer aus dem Landkreis eine Gesamtförderung von 2375 Euro bewilligt.