Um die Trümmersuche zu trainieren, benötigt es ein entsprechendes Gelände. Effenberg erklärt, dass der BRH-Bundesverband drei Trainingsgelände hat, die sie nutzen können. Für die Rettungshunde des ASB wird das Team rund um Chamberlain erfinderisch. „Das ist gerade im Aufbau“, sagt er.
Während Flächen- und Trümmersuchhunde jeden Menschen im ausgewiesenen Gebiet anzeigen, werden Mantrailer trainiert, einem bestimmten Geruch zu folgen. „Die Hunde bekommen einen Geruchsartikel, der nur nach dieser spezifischen Person riecht“, erklärt Effenberg. Den Gegenstand riechen die Hunde an und können im Idealfall die Spur der vermissten Person an einer langen Leine verfolgen.
Doch auch die Menschen müssen entsprechend ausgebildet werden. Je nachdem, welcher Organisation die Rettungshundestaffel angehörig ist, kommt auf die Mitglieder eine entsprechende Grundausbildung zu. Während die Mitglieder der BRH-Rettungshundestaffel Forchheim als dritter Zug der Feuerwehr eine modulare Truppausbildung absolvieren müssen, werden die Mitglieder der ASB-Rettungshundestaffel mindestens als Sanitätshelfer ausgebildet.
Doch die Hundeführer müssen auch noch zusätzlich für die Sucheinsätze ausgebildet werden. Beim BRH wird diese Ausbildung laut Effenberg „Suchtrupphelfer“ genannt. Laut Chamberlain unterscheiden sich die Ausbildungsinhalte zwischen den einzelnen Organisationen jedoch nur marginal.
Hierzu zählen laut den beiden Rettungshundestaffeln unter anderem eine Sprechfunkausbildung, Wissen rund um den Hund, Erste Hilfe – an Mensch und Vierbeiner –, Einsatztaktiken sowie Orientierung mithilfe von GPS und Karten.
Vermisstensuche im Kreis
Ob und wann die Rettungshundestaffeln im Ernstfall ihren Einsatz bekommen, bestimmt allein die Polizei, wie Chamberlain vom ASB erklärt. „Die Vermisstensuche ist grundsätzlich Aufgabe der Polizei“, erklärt er. Zunächst würde diese all ihre eigenen Ressourcen ausschöpfen, bis sie auf die Rettungshundestaffeln zurückgreifen würde.
Diese werden dann über die Integrierte Leitstelle Bamberg-Forchheim alarmiert. Die meisten Einsätze finden auch im Gebiet der hiesigen Leitstelle statt, aber auch im Randgebiet der angrenzenden Gebiete. Sabrina Effenberg erklärt, dass sie eine entsprechende Alarmierungs-App auf ihren Smartphones haben. Mit der Polizei wird anschließend geklärt, welche Art von Suchhund – ob Mantrailer oder für die Fläche – benötigt wird. Schließlich bekommen die Teams ihr Suchgebiet zugeteilt. Und dann geht es in den Einsatz.
Ehrenamt aus Überzeugung
„Wenn man nach einer Suche heimkommt und die Person nicht gefunden hat, schläft man nicht gut“, sagt Ralf Chamberlain. Dennoch mache er dieses Ehrenamt aus Überzeugung. „Es ist die Arbeit mit dem Hund und ich kann dabei jemandem helfen“, sagt er über seine Beweggründe.
Dem schließt sich auch Sabrina Effenberg an. Wie man denn überhaupt dazu kommt? „Man sucht eine sinnvolle Beschäftigung für seinen Hund“, sagt sie, „und leistet etwas Sinnstiftendes für die Gesellschaft.“ Für Interessierte sind beide Rettungshundestaffeln offen.