Die Primärendoprothetik (Erstimplantation eines Hüft- oder Kniegelenkes) soll an den Haßberg-Kliniken weiterhin aufrechterhalten werden. Besonders komplexe Leistungen wie beispielsweise die Gefäßchirurg gelte zukünftig in spezialisierten Standorten zu erbringen.
Zur stationären Versorgung sollen außerdem zählen: das Zentrum für Altersmedizin mit einer über den Landkreis hinaus renommierten Akutgeriatrie, die Orthopädie/Unfallchirurgie, Viszeralmedizin mit Vernetzung von Gastroenterologie , der Fachbereich Gynäkologie und familienfreundliche Geburtshilfe sowie Anästhesie und die Intensivstation.
In diesem Zusammenhang erwähnte Regina Steenbeck-Schacht, dass man im Rahmen der Reform als Haus der Grund- und Regelversorgung zwölf Leistungsgruppen beantragt habe, die für das Angebot eines Hauses ausschlaggebend seien statt der bisherigen Bettenplanung.
„Wir gehen davon aus, dass wir sie bekommen und sind guter Dinge, dass es funktioniert. Wir haben nämlich im Vorfeld auf Leistungsgruppen verzichtet und geschaut, was realistisch ist.“
Diese Zuversicht leitete sie auch davon ab, dass ein Krankenhaus in höchstens 30 Minuten erreichbar sein müsse. „Wenn Haßfurt nicht da wäre, wäre das nicht möglich, und das gilt vor allem auch für die Geburtshilfe “.
Notaufnahme wird gestärkt
Auch die Notaufnahme soll gestärkt werden als „integriertes Notfallzentrum“ (INZ). „Aus meiner Sicht ist ein INZ am Standort Haßfurt unabdingbar, um die Notfallversorgung im Landkreis Haßberge in der Fläche zwischen den Kliniken in Schweinfurt, Bamberg und Coburg zu sichern“, betonte Steenbeck-Schacht.
Der ärztliche Direktor Clemens Haberer hielt das Notfallzentrum für ganz wichtig für die Priorisierung „welchem Patienten zuerst Hilfe geleistet werden muss. In Großkliniken sind die Wartezeiten viel länger. Wir bemühen uns, das weiter zu optimieren. Unser Vorteil: Wir sind schneller und pflegen dabei den Kontakt unter den Chefärzten auf sehr persönlichem Niveau.“
„Unser Auftrag“
Landrat Michael Ziegler unterstrich den Willen, dass der Landkreis sein Krankenhaus in Haßfurt unbedingt erhalten wolle. „Unser Auftrag ist die medizinische Versorgung, und deswegen wollen wir unseren Standort ausbauen. Er ist uns das wert.“ Er sprach von schmerzlichen Schritten auf diesem Weg, so die Schließung des Klinik-Standortes Ebern.
In der Planung sei ein neuer Operations-Trakt mit einer Investition von rund 30 Millionen Euro. Im August erwarte man die Baugenehmigung. Ziegler und Steenbeck-Schacht ließen sich entlocken, „dass wir uns zu 90 bis 95 Prozent sicher sind, dass das Gesundheitsministerium den gewünschten Leistungsgruppen zustimmt.“
Im 150-Betten-Haus in Haßfurt arbeiten derzeit rund 110 Ärztinnen und Ärzte sowie 300 Pflegekräfte. Jährlich werden 9000 Patienten stationär und rund 14.000 Personen ambulant betreut.