Ein ohrenbetäubendes Signal, das man noch kilometerweit durch die Innenstadt hören konnte: Am Dienstag haben rund 130 Beschäftigte aus dem mittelfränkischen Einzel- und Großhandel die Arbeit niedergelegt und im Rahmen einer Streikaktion ein lautstarkes Zeichen gegen die anhaltende Blockadehaltung der Arbeitgeber gesetzt, heißt es in einer Pressemitteilung von Verdi Mittelfranken.
Das Highlight des Tages war demnach ein minutenlanges Pfeifkonzert, das unter vollem Körpereinsatz aller Beteiligten zelebriert wurde. Mit Hunderten von Trillerpfeifen, Tröten und lautstarken Sprechchören machten die Streikenden unmissverständlich klar, was sie von den aktuellen Angeboten der Arbeitgeberseite halten: absolut gar nichts.
Es war ein leidenschaftliches Aufbegehren derer, die tagtäglich den Laden am Laufen halten, sich aber von den Arbeitgebern mit unzureichenden Angeboten abgespeist fühlen.
Die zuständige Verdi-Gewerkschaftssekretärin für den Handel in Mittelfranken, Susanne Jensen, zeigte sich begeistert von der enormen Energie vor Ort. „Das war heute kein leises Bitten, das war ein gewaltiger, ohrenbetäubender Protest! Unsere Kolleginnen und Kollegen haben heute mit einer unglaublichen Energie gezeigt, was in ihnen steckt.“ Das Pfeifkonzert habe den unbändigen Unmut über die absolute Respektlosigkeit am Verhandlungstisch direkt vor die Türen der Arbeitgeber getragen. „Wer nach diesem Tag immer noch glaubt, uns mit Almosen abspeisen zu können, hat die Entschlossenheit dieser Bewegung völlig unterschätzt“, so Jensen weiter.
Die Wut und Enttäuschung in den Betrieben ist nach Monaten der Stagnation und angesichts der drückenden Inflation riesig, heißt es im Pressetext weiter. Der Demonstrationszug war Ausdruck des gewerkschaftlichen Mutes. Die Streikenden aus den verschiedenen Einzel- und Großhandelsbetrieben der Region zeigten sich als eine geschlossene, unerschütterliche Einheit.
Sara D‘Alessio-Milovski, Betriebsrätin bei H&M in Erlangen, ergänzte aus Sicht der Praxis unter dem tosenden Applaus der Menge: „Die Stimmung unter uns war einfach gigantisch! Wir haben uns gegenseitig angesteckt mit unserer Power. In den Filialen kocht die Stimmung schon lange, aber heute haben wir dieser Wut auf eine kreative und extrem lautstarke Weise Luft gemacht.“
Die Forderungen von Verdi