Die Initiative Radentscheid Bamberg sieht noch dringenden Handlungsbedarf bei den Plänen der Deutschen Bahn zum Bahnausbau. Stadt und Bürger müssten bis spätestens 14. April mit Einwendungen aktiv werden, bevor für die kommenden 100 Jahre endgültige Fakten geschaffen werden.

Timm Schulze vom Radentscheid stellt in einem Pressebericht fest: "Vorfahrt für die Bahn ist eine gute Sache. Dabei darf aber nicht die Nahmobilität der Menschen in Bamberg unter die Räder kommen. Ein sicheres Miteinander ohne Konflikte und Staus gibt es nur mit genug Platz für alle Verkehrsteilnehmenden. Wenn sich Bewohner und Stadt jetzt nicht bemerkbar machen, dann verspielen wir eine Jahrhundertchance."

Konkret geht es dem Radentscheid um die Breiten von Wegen für Fahrradfahrer und Fußgänger . Beide müssten sich im schlimmsten Fall weiter sehr wenig Platz am Straßenrand teilen. Das führe zu Stau und Unfallgefahr. Sebastian Gross vom Radentscheid kritisiert: "Laut den Plänen der Bahn wird es aktuell nur auf der neuen Pfisterbrücke und bei der Zollnerunterführung in jeder Richtung vier Meter breite und baulich vom Autoverkehr getrennte Streifen für Rad- und Fußverkehr geben. Das ist absolut unzureichend. Im Zweifel muss die komplette Verkehrsführung zugunsten des Umweltverbunds gestaltet werden."

Die Forderungen der Initiative: Wo immer durch die umliegende Bebauung möglich, müssten die Querschnitte der neuen Unterführungen und Brücken von Anfang an so breit ausgelegt werden, dass alle genug Platz haben. Das bedeute neben den jeweils bis zu 3,75 Metern für die einzelnen Autospuren zusätzlich pro Straßenseite davon baulich getrennte zwei Meter für Radfahrer und zwei Meter für Fußgänger . Betroffen seien vor allem die Unterführungen Forchheimer Straße, Münchner Ring und Nürnberger/Geisfelder Straße sowie die Brücke Kronacher Straße. Außerdem wünscht sich der Radentscheid, dass die Idee des Lückenschlusses der Gundelsheimer Straße durch eine neue Fahrrad- und Fußgängerbrücke mit Nachdruck von der Stadt vorangetrieben wird.

Ronja Rupp vom Radentscheid hofft auf viele Einwendungen: "Egal ob mit Auto , Lkw , Bus, Rad, Rollstuhl oder zu Fuß: Verkehrssicherheit und ausreichend Platz nutzt allen. Diesen Platz können wir jetzt schaffen. Je mehr Menschen künftig sicher und schnell ohne Auto unterwegs sind, desto besser kommen diejenigen durch den Verkehr , die für ihre Wege auf das Auto angewiesen sind." red