Kinderschutzbund feiert Jubiläum

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Paulina Basmer beim Poetry Slam zum Thema Kinderrechte.Christiane Brenner
Paulina Basmer beim Poetry Slam zum Thema Kinderrechte.Christiane Brenner
Vorstand und Gründungsmitglieder (GM). Vorne (v.l.): Brigitte Greil, Sabine Weydanz (GM), Hildergard Müller (GM), Tanja Hartleb-Weller und Gisela Baumgärtel (GM). Hinten (v.l.): Heike Bloch, Miriam Schellmann-Lenz, Birgitta Lechner und Antja Jonas.
Vorstand und Gründungsmitglieder (GM). Vorne (v.l.): Brigitte Greil, Sabine Weydanz (GM), Hildergard Müller (GM), Tanja Hartleb-Weller und Gisela Baumgärtel (GM). Hinten (v.l.): Heike Bloch, Miriam Schellmann-Lenz, Birgitta Lechner und Antja Jonas.
 

Bei der Feier zum 50-jährigen Bestehen sind drei Gründungsmitglieder anwesend

Entstanden aus einem Kreis engagierter Eltern wurde der Kinderschutzbund Erlangen fast auf den Tag genau am 27. Juli 1976 gegründet und versteht sich seither in erster Linie als Anwalt der Kinder. Seit genau 50 Jahren existiert diese vielfältige und effiziente Einrichtung zum Wohl von Kindern und Familien, quasi goldene Hochzeit mit der Stadt Erlangen , die sich darüber mehr als glücklich schätzen kann.

Grund genug, um ausgiebig zu feiern. Die lichtdurchfluteten Räume des Gemeindehauses Altstadt Erlangen erwarten die vielen Gäste, und neben köstlicher Kulinarik gibt es ein buntes Sommerfest.

In ihren Glückwünschen weisen Neu-OB Jörg Volleth wie auch die stellvertretende Landrätin Gabriele Klaußner besonders auf die Bedeutung dieses zum großen Teil ehrenamtlichen Engagements hin.

Regenschirm als Symbol

Hans Dieter Bott, Schatzmeister des Landesverbandes, hat als Geschenk einen Regenschirm dabei, in erster Linie symbolisch für Schutz. Als Privileg zur Beschattung für Würdenträger und Kaiser geht der „Basilikaschirm“ bis zurück ins Römische Reich. Bott macht deutlich, dass Schutz kein Privileg mehr ist, sondern unabdingbare Notwendigkeit vor allem für die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft. Zu zweit benützt, ermöglicht der Schirm ein Zusammenrücken, bei stürmischen Zeiten muss man ihn schon mal tüchtig festhalten.

Während Esther Detzel, neue Geschäftsführerin und eine der „Vier von der Geschäftsstelle“, sehr launig durchs Programm führt, präsentieren Brigitte Greil und Birgitta Lechner aus dem Vorstand abwechselnd einen interessanten Rückblick in Zehnjahresabschnitten mit teils schwindelerregenden Zahlen geleisteter Ehrenamtsstunden. Immer wieder wurden und werden neue Projekte nötig, um sich der ständig und rasch verändernden Lebenswelt der Kinder anzupassen.

„Beschwerden ändern sich“

Highlight ist ein dreimaliger Auftritt der jugendlichen Poetry-Slammerin Paulina Basmer zum Thema Kinderrechte mit tiefgründigen Aussagen. „Früher hieß es, die Kinder hängen den ganzen Tag am Bolzplatz rum, heute heißt es, die Kinder hängen den ganzen Tag am Smartphone. Die Beschwerden ändern sich, die Kinder nicht.“ Oder: „Kinder sind Weltmeister im Verhandeln. Man gibt einem Kind eine klare Regel. Eine einzige Regel. Und plötzlich sitzt man in einer juristischen Auseinandersetzung.“

Die Beispiele sind treffend ernst, auch amüsant. Manchmal hat Paulina das Gefühl, „Kinder werden mit einem eingebauten Fachanwalt geboren“.

Als schönste Erkenntnis nennt sie, was im Jubiläumsjahr nach all der Zeit und den mannigfachen Veränderungen geblieben ist: „Kinder wollen lachen, Kinder wollen spielen, Kinder wollen mitreden, Kinder wollen ernst genommen werden.“ Kinderrechte eben.

Dem können die drei anwesenden Gründungsdamen des Kinderschutzbundes Erlangen, Gisela Baumgärtel, Hildegard Müller und Frau Weydanz sowie alle Anwesenden sicher vollen Herzens zustimmen. Entsprechend kräftig fiel der Applaus für Paulina aus.

Danksagungen und Ehrungen runden das Programm ab, ebenso die mitreißenden Songs von Sara Thulin, passend aus den 80er- und 90er-Jahren. Alles, was der Kinderschutzbund leistet, hat in dem gelungenen Fest Würdigung gefunden. Eine bessere Werbung, sich für unsere Gesellschaft sinnvoll zu engagieren, gibt es nicht.