Die Jagdgenossenschaft mit ihrem Jagdvorsteher Gerhard Appel (Zweiter von links) ehrte langjährige Vorstandsmitglieder sowie den ausgeschiedenen Jagdpächter Wolfgang Böhnlein (Dritter von rechts).Heike Schülein
Wolfgang Böhnlein wurde vom Jagdvorsteher Gerhard Appel für seine besonderen Verdienste um die Hege und Pflege seines Revierbogens ausgezeichnet.
Zur Hauptversammlung der Jagdgenossenschaft begrüßte Gerhard Appel im Dorfgemeinschaftshaus 30 Wahlberechtigte sowie weitere Ehrengäste. In Sachen Wegebau hatte man sich zunächst gemeinsam ein Bild über den Zustand der Wege gemacht und daraus einen Maßnahmenkatalog erstellt, so der neue Jagdvorsteher in seinem ersten Jahresbericht. Die dringlichsten Maßnahmen stellten der Kufen- und Lochgrabenweg dar, die beide arg in Mitleidenschaft gezogen sind und ein schnelles Handeln erforderten. Mit der Sanierung wurde bereits 2024 begonnen; weitere Ausführungen gerieten jedoch in Stocken. Das von einem Mitwitzer Unternehmen eingebrachte Auffüllmaterial stellte sich als ungeeignet heraus. Danach wurde man leider immer wieder vertröstet. Zum Glück wurde seitens der Gemeinde Wilhelmsthal geeignetes Asphaltmaterial frei. Ein großer Dank galt insbesondere der Firma Wänke, die nahezu rund um die Uhr im Einsatz gewesen sei, verbrauchte man doch 300 Tonnen Material. Damit konnte man den Kufenweg komplett ausbauen, den Lochgrabenweg erneuern und weitere Wege in einen ordentlichen Zustand versetzen.
Ehrenamt spart viel Geld
Insgesamt handelte es sich dabei um eine Fläche von etwa vier Quadratkilometern. Die Gesamtkosten betrugen 4500 Euro. Eine Fachfirma hätte sicherlich für die Arbeiten um die 20.000 Euro in Rechnung gestellt, hieß es. Nicht möglich gewesen wären die Arbeiten also ohne den enormen Einsatz der Vorstandschaft, wobei sich vor allem Werner Appel und Rudi Löffler hervorgetan hatten.
Des Weiteren dankte Appel den Firmen Letsch sowie „Lignum Forst“ für das Verleihen der Geräte. Dank gebühre der Gemeinde auch für den 2024 beantragten Zuschuss von 2000 Euro.
Größere Wildschäden waren dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr nicht zu beklagen. Großen Respekt zollte Appel auch Edgar Renk, der gemeinsam mit weiteren Helfern den Von-Marschall-Weg wieder auf Vordermann gebracht hatte, was eine Bereicherung für den Ort und darüber hinaus darstelle.
Schock: ein Wolf
Jagdpächter Oswald Schönmüller berichtete von einem recht erfolgreichen Jahr. Ein Schockerlebnis sei es für ihn gewesen, zu sehen, wie ein Wolf oder wahrscheinlich mehrere Wölfe eine Sau zugerichtet und selbst die größten Knochen durchgebissen hätten. Wolfgang Böhnlein, der das Revier Hesselbach-Ost seit 2004 gepachtet hatte, beendet seine Pacht zum 31. März dieses Jahres. Er dankte für das immer gute Miteinander. Als sein Nachfolger wurde von der Versammlung Michael Appel für neun Jahre gewählt. Der 36-Jährige verfügt über viel Erfahrung. Nachdem der Hesselbacher 2018 seinen Jagdschein gemacht hatte, ging er zwei Jahre lang als Begeher in Effelter-West sowie seit April 2020 in Hesselbach-Ost mit auf die Jagd.
Die Jagdpacht für die 394 Hektar wurde moderat angepasst. Einstimmig beschloss die Versammlung, den Jagdpachtschilling für die kommenden zehn Jahre wieder für den Wegebau zu verwenden. Zudem tätigt man eine Spende von 500 Euro für die Neuausstattung des Hesselbacher Spielplatzes, wofür sich eine Elterninitiative gegründet hatte. Geehrt wurden die rührigen Vorstandsmitglieder Werner Appel und Raimund Kestel für jeweils über 30-jährige Mitarbeit in verschiedenen Funktionen, Rudi Löffler, der seit 26 Jahren das Amt des Zweiten Vorsitzenden bekleidet, sowie Wolfgang Grebner für 23-jährige Tätigkeit in der Vorstandschaft.
Mit Dank und Urkunden verabschiedet wurden Erich Baierlipp und Rudolf Zwosta, die im vergangenen Jahr aus der Vorstandschaft ausgeschieden waren. Erich Baierlipp gehörte dem Vorstand 20 Jahre, Rudolf Zwosta 15 Jahre an.
Bildband zum Dank
Mit einer besonderen Ehrung wurde Wolfgang Böhnlein für seine Verdienste um die Hege und Pflege seines Revierbogens bedacht. Böhnlein, hauptberuflich Flussbauer im Wasserwirtschaftsamt, legte 1986 die Jagdprüfung ab. Als Jungjäger ging er bereits beim damaligen Jagdpächter Georg Zeitler in Hesselbach mit auf die Jagd. Ein Jahr später wechselte er in das Jagdrevier Birnbaum, wo er 17 Jahre lang Erfahrung sammelte. 2004 übernahm er den Jagdbogen Hesselbach-Ost, den er mühsam mit Hochsitzen, Kanzeln und Futterplätzen aufbaute. Wolfgang Böhnlein wird der Jagdgenossenschaft treu bleiben und auch seinem Nachfolger zur Seite sehen. Neben einer Urkunde gab es für ihn einen Bildband.
Wilhelmsthals Bürgermeisterin Susanne Grebner sagte, die vielen Wegebaumaßnahmen könnte die Gemeinde gar nicht schultern. Als Zeichen der Dankbarkeit wolle man den Zuschuss erhöhen. Heike Schülein