In Hallstadt dominiert schon seit einigen Jahren die Baustelle im Stadtzentrum. Der Marktplatz erstrahlt mittlerweile in neuem Glanz, im weiteren Verlauf Richtung Kreisverkehr in der Lichtenfelser Straße wird noch gebaut. Bis Jahresende soll hier Bauende sein. Danach steht Bauabschnitt IV an.

Und der umfasst insbesondere den Bereich Kemmerner Weg sowie die Seitengassen. Konkret sind das die Pfarr-, Mühl-, Bauern- und Feuergasse, die südliche Teilfläche des Kemmerner Weges, der westliche Stichweg zur Lichtenfelser Straße parallel zum Gründleinsbach sowie der Verbindungsweg Lichtenfelser Straße zur Ortsstraße Am Sportplatz samt der Fußgängerbrücke über den Gründleinsbach. Die Pläne waren jetzt für den Stadtrat und die Öffentlichkeit zu sehen.

Was soll hier konkret passieren? Eine Auswahl: Die Gassen sollen mit hellem Granit gepflastert werden, diese Steine finden sich auch in der Lichtenfelser Straße wieder. Die Fahrbahn des Kemmerner Weges soll asphaltiert, die Randbereiche in Betonstein mit Graniteinfassungen, Bordsteine und Rinnen mit Granit ausgeführt werden. Ein Kreisel im Bereich der bisher überdimensionierten Kreuzung, der für größere Fahrzeuge auch überfahrbar ist, wird nicht nur optisch für Veränderung sorgen. Richtung Lichtenfelser Straße werden acht neue Stellplätze entstehen, das Wegkreuz wird dazu versetzt. Beim Verbindungsweg Lichtenfelser Straße / Am Sportplatz geht es vornehmlich um die Sanierung der Fußgängerbrücke sowie den Bau einer Rampe zur Brücke .

Die Gesamtkosten liegen laut einer Kostenschätzung des Büros RSP Bayreuth bei ca. 3,1 Millionen Euro. Als zeitlichen Horizont für die Fertigstellung nannte Bauamtsleiterin Michaela Frizino Mitte 2023. Bereits in diesem Jahr soll aber die Ausschreibung erfolgen. Der Stadtrat gab einstimmig grünes Licht.

Es grünt so grün …

Als zusätzliche Maßnahme kommt der Straßenbau im Bereich Am Sportplatz vor der Physiopraxis hinzu. „Im Zuge der geplanten Bushaltestelle in der Lichtenfelser Straße auf Höhe des Lidl-Marktes sollte auch ein barrierefreier nordseitiger Gehweg zur Physio-Fitness-Praxis Am Sportplatz hergestellt werden“, hieß es dazu in der Sitzungsvorlage. Angedacht sind damit Gehwege auf beiden Seiten. Die Kostenschätzung des Ingenieurbüros Balling, Bamberg, kommt auf ca. 105 000 Euro, die Bauzeit würde zwei Monate betragen. Der Erweiterung um diesen Bereich stimmte der Stadtrat ebenfalls einstimmig zu.

Langwieriger wurde dann der Punkt „Grünflächen-Gestaltungssatzung“. Eine solche, da war sich das Gremium an sich einig, soll es auf jeden Fall geben. Denn: „Was wir nicht mehr wollen, sind Schottergärten. Vielmehr wollen wir mehr Grün im öffentlichen und privaten Raum fördern und etwas für unsere Umwelt tun“, so Bürgermeister Thomas Söder.

Ihm und der Verwaltung sei klar, dass damit in Bereiche vorgestoßen werde, wo nicht feststehe, ob alles gerichtsfest ist. „Irgendwann muss man aber den ersten Schritt machen. Außerdem ist es jederzeit möglich, die Satzung nachzubessern oder weiterzuentwickeln.“

Ein Blick in den Satzungsentwurf verrät, dass es insbesondere um die Gestaltung von unbebauten und unterbauten Flächen von bebauten Grundstücken gehen soll. Diese sollen Grünbereiche werden, natürliche Pflanzen, Bäume und auch Rasen oder Wiese werden als naturnahe Gestaltung definiert. Zufahrten und Zuwegungen sind demnach auf ein Mindestmaß zu beschränken, die Versickerung von Regenwasser soll ermöglicht werden. Auch zu Dächern, Vorgärten und Fassadenbegrünung enthält die Satzung Regelungen.

Gut oder schnell?

In der Diskussion zeigte sich aber, dass es noch einige offene Fragen gibt. Stadtrat Joachim Karl ( CSU ) meinte, eine solche Satzung sei nicht geeignet, die bebaute Fläche eines Grundstücks zu beschränken. Bauherren würden vielmehr die Flächen ausreizen, was zu einer hohen Versiegelung führe. Dem müsse man zum Beispiel mit Vorgaben in Bebauungsplänen entgegenkommen.

Stadträtin Verena Luche (Grüne) wollte vor allem die Überprüfung der Anwendung der Satzung sichergestellt wissen. Zudem sei es wichtig, die versiegelten Flächen in Hallstadt einmal zu erfassen, ein entsprechender Antrag liege der Verwaltung vor. Bürgermeister Thomas Söder erklärte, dies werde zeitnah erledigt. Kritik ging von Luche Richtung einiger anderer Stadtratsmitglieder – sie äußerte die Befürchtung, das Ziel sei, die Satzung zu zerlegen. Dem entgegnete Stadtrat Karl: „Mein Ziel ist es, eine gute Satzung zu erlassen, auch wenn es einige Wochen länger dauert.“ Aber auch Stadtrat Harald Werner ( SPD ) wollte den Beschluss nicht aufschieben.

Auf Vorschlag von Bürgermeister Söder wurde abschließend bei einer Gegenstimme beschlossen, zunächst die Einzelheiten zu klären und zunächst nur eine Absichtserklärung zu verabschieden, dass die Satzung auf jeden Fall gewollt ist. Kommen soll sie also in jedem Fall.