Der Alt-Bürgermeister, Ehrenbürger und Namensgeber der Gundelsheimer Schule, Michael Arneth, ist am vergangenen Samstag im Alter von 94 Jahren gestorben.

Als Gymnasiast kam der am 31. Mai 1926 geborene Michael Arneth nach Gundelsheim , und sein Leben hatte neben seiner Familie vier weitere Säulen in Gundelsheim : Schule, Kirche, Vereine, Politik. „Er war der Gestalter und Veränderer in Gundelsheim nach 1970 sowie eine große Persönlichkeit, ein Freund der Menschen“, heißt es in dem Nachruf der Gemeinde.

Von 1949 bis 1971 war Arneth Lehrer in Gundelsheim . Bemerkenswert war, dass er 1951 wegen akuter Schulraumnot im armen Gundelsheim einen Schulsaal in seinem Privathaus einrichtete. Dieser blieb bis zum Bezug der neuen Schule 1963 dort bestehen. Von 1971 bis 1989 war er Mitglied der Kirchenverwaltung, Organist, Gründer des Kirchenchores sowie langjähriger Dirigent. Auf seine Initiative wurde in den 1950er Jahren ein Kirchenbauverein gegründet. Er wirkte maßgeblich am Plan der neuen Kirche Sieben Schmerzen Mariens mit. Auf sein Betreiben hin wurden der Kindergarten St. Marien und das Pfarrheim gebaut sowie der Kindergarten St. Michael wiedereröffnet.

Ein großer Unterstützer

Von Anfang an war Michael Arneth Unterstützer der Gundelsheimer Vereine und Verbände. Gründungsmitglied der KAB (16.7.1964), des Gartenbauvereins (20.1.1977), des Musikvereins (16.9.1983), Ehrenmitglied in vielen Vereinen (u. a. Tennisclub, Sportverein , Gesangverein , Musikverein sowie Förderer der Feuerwehr).

In der Kommunalpolitik war der Verstorbene seit 1966 eine entscheidende Kraft. 1966 war Arneth erstmals Mitglied des Gemeinderates und wurde zum Zweiten Bürgermeister gewählt. Nach dem plötzlichen Tod von Bürgermeister Georg Wolf trat er im Oktober 1972 zur Wahl zum Ersten Bürgermeister (ehrenamtlich) an. Bei einer Nominierungsversammlung für den Bürgermeisterkandidaten konstituierte sich die spätere Gruppe „Bürgergemeinschaft Gundelsheim “. Die Versammlung, an der sowohl Angehörige der politischen Parteien als auch der Freien Wähler teilnahmen, hatte zum Ziel, dass eine möglichst breit gefächerte Vertretung der Gesamtbevölkerung den Bürgermeisterkandidaten Michael Arneth nominieren sollte. CSU , SPD und Freie Wähler hatten nämlich auf eigene Kandidaten verzichtet. Die breite Unterstützung Arneths zeigte sein Wahlergebnis mit 98,5 Prozent Zustimmung. Sowohl 1978 und 1984 bestätigten die Gundelsheimer ihn eindrucksvoll im Amt.

Unter anderem folgende Maßnahmen und Projekte wurden von ihm initiiert, durchgeführt oder begonnen: Bau der Aussegnungshalle, der Abwasseranlage, der Kläranlage, der Schulturnhalle, des neuen Rathauses, der oberen Brücke, des Bauhofes , des Feuerwehrhauses, des Festplatzes, Bachsanierung, Erweiterung der Schule, Neubau der Marienbrücke, Beginn der Hochwasserfreilegung, Friedhofserweiterung.

Als Hobbyschreiner fertigte er zahlreiche Holz- und Schreinerarbeiten in der katholischen Kirche, im Pfarrheim, in den Kindergärten und in den Vereinsheimen des Sportvereins und des Musikvereins sowie im Rathaus selbst.

Der amtierende Bürgermeister Jonas Merzbacher ( SPD ) unterstreicht, dass Zahlen das Lebenswerk und den Mensch Michael Arneth nicht im Ansatz widerspiegeln könnten: „Er bewegte nicht nur Dinge, sondern auch Menschen. Er war nicht nur ein Teil unserer Gemeinde, sondern Vorbild. Er machte sich nicht nur Gedanken über Bauten, sondern über die Menschen.“ red