Vielen Bamberger Gartenbaubetrieben drohen mit dem Bahnausbau und damit verbundenen Baumaßnahmen erhebliche Behinderungen bei Produktion und Verkauf und sogar ein großflächiger Verlust ihrer einzigartigen Kulturflächen. „Damit werden sie akut in ihrer Existenz bedroht “, berichtet die IG Bamberger Gärtner e.V in einer Pressemitteilung.

Durch den Bahnausbau komme es zu massiven Eingriffen in den Grundwasserhaushalt. Hierdurch würden sowohl Wasserqualität als auch die -quantität stark beeinträchtigt. Es bestehe die Gefahr, dass die Gartenbauflächen je nach Baumaßnahme entweder nicht mehr be- oder entwässert werden können und so vertrocknen oder ,versumpfen’“, kritisieren die Gärtner.

In Nord- und Südflur würden zudem Flächen dauerhaft enteignet oder von der Deutschen Bahn für bis zu zehn Jahre für Transport und Lagerung in Anspruch genommen. Dadurch werde häufig der Boden dauerhaft verdichtet und gehe so unwiederbringlich als Anbaufläche verloren. Zufahrten zu den Feldern würden abgeschnitten. Mit dem starken Baustellenverkehr auf unbefestigten Wegen entstehe eine hohe Staubemission, die die Ernte kontaminiere und unverkäuflich werden lasse.

Aber auch in der Innenstadt würden die Gärtnerbetriebe, wie der gesamte Einzelhandel, stark beeinträchtigt. Durch Straßensperrungen und Umleitungen würden die Erreichbarkeit der Gärtnereien für Kunden und Lieferanten sowie interne Betriebsabläufe stark erschwert. Existenzbedrohende Umsatzeinbußen seien die Folge. Durch die Tiefbauarbeiten drohe im innerstädtischen Bereich ein Absinken des Grundwasserspiegels und damit das Trockenfallen der betriebswichtigen Gärtnereibrunnen.

„Zusammenfassend führen die Folgen des geplanten Bahnausbaues nahezu unweigerlich zu einer weiteren Bedrohung oder gar dem Verlust gärtnerischer Existenzen. Damit verliert Bamberg wichtige Garanten für eine gesunde, umweltfreundliche und nachhaltige Nahversorgung“, so die Gärtner. Die „Interessengemeinschaft Bamberger Gärtner e.V.“ als Vertreter von 18 Bamberger Gärtnerbetrieben fordert, die aktuelle Planung zu überarbeiten und dabei die Belange der Gärtner deutlich mehr zu berücksichtigen. red