Erst im vergangenen Jahr hat die Großtagespflege den Betrieb aufgenommen, um das vorhandene Angebot an Betreuungsplätzen in der Gemeinde um 20 zu erweitern. Weil auch das nicht reicht, entsteht in der alten Schule Großgarnstadt eine weitere Kindertagesstätte (Kita). Ursprünglich war ein Neubau am Evangelischen Gemeindezentrum geplant. Weil sich das Gelände als zu klein erwies und abgelehnt wurde, gab es weitere Überlegungen, wie der Bedarf gedeckt werden kann. Die Lösung schien mit einem Neubau am Festplatz in Frohnlach gefunden.

Schwierige Standortsuche

Als die Planungsarbeiten hierfür so gut wie abgeschlossen waren, trat im Juli letzten Jahres der vorgesehene Träger wegen explodierender Kosten vom Projekt zurück. Dadurch wurde die Gemeinde in ihrer Planung um zwei Jahre zurückgeworfen und es entstandenen Engpässe. Die Kita in Großgarnstadt soll den großen Bedarf an Betreuungsplätzen decken. "Wenn alles wie geplant gelaufen wäre, hätten mittlerweile 76 Kinder einen Platz gefunden", erklärt Bürgermeister Bernd Reisenweber von der CSU.

Um kurzfristig Abhilfe zu schaffen, hatte die Gemeinde mit hohem finanziellen Aufwand die Containerlösung als Großtagespflege in der Wilhelmstraße geschaffen. Auch sie ist, wie die evangelische Kinderwelt "Sankt Laurentius" und die katholischen Kita "St. Otto" ausgelastet. Um möglichst zeitnah 20 zusätzliche Plätze in der Großtagespflege zur Verfügung zu stellen, wird derzeit geprüft, ob die Einrichtung künftig zu einem Kindergarten umfunktioniert werden kann. Von dieser Umwandlung bleibt die Betreuungsqualität völlig unberührt, da es sich lediglich um einen bürokratischen Akt handelt. Insgesamt gibt es in den derzeit drei bestehenden Einrichtungen Betriebsgenehmigungen für insgesamt 230 Betreuungsplätze. Momentan stehen 68 Kinder auf der Warteliste und 38 sind in auswärtigen Tagesstätten untergebracht. Mit der künftigen Kita in Großgarnstadt kommen weitere 100 Plätze dazu. Um den Bedarf frühzeitig zu erkennen und entsprechend handeln zu können, arbeiten Gemeinde, Träger und Einrichtungsleitungen zusammen.

Gemeinde zieht junge Familien an

Durch die rege Bautätigkeit im Gemeindebereich ist auch künftig mit einem ähnlich hohen oder gar weiteren Bedarf zu rechnen, demnach ist die geplante Kita auf keinen Fall zu groß dimensioniert. Denn neben Neuansiedlungen in den Wohngebieten, werden Wohnhäuser verkauft oder im Bestand erweitert. Eine konkrete Bedarfsplanung mit verlässlicher Prognose ist schwierig, da viele Faktoren eine Rolle spielen, die nicht alle konkret planbar sind: Beispielsweise hat sich die Inanspruchnahme von Betreuungsleistungen gewandelt. Besonders stark werden Betreuungsangebote für unter Dreijährige nachgefragt. Des Weiteren steht durch die Ausweitung des Einschulungskorridors relativ kurzfristig fest, wie viele Plätze frei, beziehungsweise weiterhin belegt sind. Des Weiteren ist die Belegung der Sammelunterkunft in der Hinteren Wilhelmstraße nahezu nicht prognostizierbar, weil die Zuweisung durch die Regierung von Oberfranken erfolgt. Auch dort wohnen viele Familien, deren Kinder einen Anspruch auf Betreuung haben. Um nicht weitere Zeit mit der Suche verstreichen zu lassen, rückten verschiedene Optionen in den Fokus, allerdings schränken strenge gesetzliche Vorgaben den Handlungsspielraum der Kommunen ein. Beispielsweise ist auch die Schule Frohnlach frei. Sie diente vor einigen Jahren als Übergangslösung für zwei Kindergartengruppen und verfügt sogar über die sanitäre Ausstattung für Kleinkinder. Zwischenzeitlich haben sich unter anderem Brandschutzrichtlinien geändert, weshalb eine kurzfristige Aktivierung nicht möglich ist. "Selbstverständlich steht die Sicherheit für die Kinder und das Team an erster Stelle", betont der Bürgermeister. Der Umbau der alten Schule in Großgarnstadt zur Kita ist hingegen möglich und aus ökologischer sowie wirtschaftlicher Betrachtung heraus sinnvoll. Auch dieses Gebäude steht leer. Mit der zusätzlichen Kita wird künftig wieder viel Leben in die Räume einziehen.

Umbau steht in den Startlöchern

Die Kosten für den Umbau werden auf 2,5 Millionen Euro geschätzt. Und mit Gesamtzuschüssen in Höhe von 80 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten wird gerechnet. Die Kommune gibt ihrerseits Zuschüsse zum Umbau und später im Betrieb nach den gesetzlichen Vorschriften dazu. Dass sich nun doch das Vorhaben in den Startlöchern befindet, sei der guten Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche, der Regierung von Oberfranken und dem Bayerischem Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales zu verdanken, betont Bernd Reisenweber. Er kann die Ungeduld der Eltern verstehen, gibt aber auch zu bedenken, dass viele Stellen in die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten beziehungsweise bei einem Neubau eingebunden seien, was sich auf die Länge des Verfahrens auswirke.

Ein Planungsbüro hat dem Gemeinderat zwei Vorschläge präsentiert, die im Hinblick auf Statik und Außenbereichsflächen geprüft werden. Eine endgültige Abstimmung mit den Aufsichts- und Genehmigungsbehörden erfolgt in Kürze. Im Garten der alten Schule befindet sich die Öko-Oase des Obst- und Gartenbauvereins (OGV). Diese können die Mitglieder auch weiterhin betreiben. Derzeit wird nach einer für beide Seiten tragfähigen Lösung zwischen dem künftigen Nutzer des Gebäudes, der Evangelischen Kirche, und dem Verein gesucht.